bwin ist diese Woche bereits mehr als zehn Prozent im
Kurs gefallen. Gründe gibt es mehrere - etwa der teilweise Liebesentzug von CA Cheuvreux-Analyst
Alfred Reisenberger, der den Internet-, Wett- und Kasinoanbieter von der Top-Empfehlungsliste strich. Zumindest derzeit haben sich auch die letzten Gerüchte nicht bestätigt, dass bwin und Konkurrent PartyGaming eine Allianz eingehen. Doch wer weiss...
Denn die Konjunkturflaute hat auch die internationale Gaming-Branche erfasst: 2009 stagnierte der
Umsatz letzten Schätzungen zufolge bei 230 Milliarden
Euro. Aber immerhin, die Weltwirtschaft verlor wohl knapp über drei Prozent.
Doch das grosse Wachstum im Gaming-Bereich gibt es ohnehin seit Jahren nur noch im virtuellen Netz, terrestrisch tut sich wenig, wie auch die Pleite des einen oder anderen ehemaligen Schlachtschiffs zeigte. 2009 dürfte das Online-Gaminggeschäft um 13,6 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro gewachsen sein. Und das ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange gewesen.
Grund ist die zwar zögerliche aber doch voranschreitende Liberalisierung der Märkte: In
Italien waren bis vor Kurzem nur Sportwetten erlaubt, jetzt sind es auch Pokerwetten. Auch
Spanien (plant national 2011 zu regulieren) und
Frankreich (Deregulierung wird 2010 erwartet) werden die bis dato teils starren Fronten aufweichen. Und die Kassen von bwin zum Klingeln bringen. Denn in den wichtigen Märkten Frankreich und Italien sind die Österreicher bereits präsent, im Land des Stiefels nach der Übernahme von Gioco Digitale (25% Marktanteil bei Online
-Poker), in Frankreich mittels Kooperationspartner Amaura Group (Herausgeber der täglichen Sporttageszeitung L'Equipe und Veranstalter von Sportklassikern wie der Rally Paris-Dakar und Tour de France). Und wie das
Unternehmen präsent ist - bwin darf sich mit Fug und
Recht Weltmarktführer nennen.
Und Spanien? Hier berichtet die spanische La Gaceta', dass bwin gemeinsam mit Cirsa Favorit bei der bevorstehenden Privatisierung der spanischen Lotterien ist. Kolportierte Kosten: 30 Milliarden Euro. Natürlich könnte bwin das nicht allein stemmen und wäre damit wohl nur an Teilen der Gesellschaft interessiert. Aber gemeinsam mit PartyGaming könnte das Stück ein bisserl grösser sein. Beide zusammen verfügen über liquide Mittel von rund 350 Millionen Euro. Zum Thema spanische Lotterie heisst es aus der bwin-Zentrale: "Marktgerüchte werden grundsätzlich nicht kommentiert."
Zusammenschlüsse haben vor allem jenen Charme, dass sowohl an Entwicklungs- als auch an Marketingkosten gespart werden kann.
Quelle: Bloomberg
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