Die Online-Community MySpace will sich breiter aufstellen und mehr sein, als nur ein soziales Netzwerk. Nachdem das Portal gegenüber Konkurrenten wie Twitter Inc. und Facebook Inc. an Boden verloren hat, soll daher dem Vertrieb von Musik und anderen Unterhaltungs-Angeboten eine größere Bedeutung eingeräumt werden. Das erklärte Vorstandschef Owen Van Natta in einem Interview mit Bloomberg News.
Van Natta, der
Vorstand für das Tagesgeschäft bei Facebook, übernahm im vergangenen April das Ruder bei der von News Corp. betriebenen Internetseite. Inzwischen hat er fast die gesamte Führungsriege ausgetauscht sowie eine Vielzahl von Inhalten - von Stellenausschreibungen über Horoskope bis hin zur Wettervorschau - gestrichen. Statt dessen machte er Musik und andere Unterhaltungsangebote zur obersten Priorität.
Der Richtungswechsel macht sich offenbar bezahlt. Von November auf Dezember konnte MySpace die Zahl der Nutzer (Unique Visitors) um sieben Prozent steigern. Es war der erste Anstieg seit Mitte vergangenen Jahres, wie Van Natta sagte. Bei seinen Angaben berief er sich auf Daten des Marktforschers ComScore Inc. "Wir wollen uns nicht zu früh freuen. Aber es ist ohne Zweifel gut, dass sich die Zahlen stabilisiert haben."
Hinter dem Angebot "MySpace Music" stehen die weltgrößten Plattenfirmen, etwa Universal Music Group, Warner Music Group Corp., Sony Music Entertainment und
EMI Group Ltd. Laut Van Natta ist die Zahl der Besucher, die die Musikseite verzeichnet, 2009 um 92 Prozent gestiegen - verglichen mit dem Vorjahr. Und allein in den vergangenen 30 Tagen habe die Seite noch einmal einen Sprung von 30 Prozent gemacht.
( Bloomberg )