Europas Internetsportwetten- und
Poker-Unternehmen stecken ihre Claims ab. Zumeist wird in diesem Zusammenhang bwin erwähnt. Egal ob 888.com oder PartyGaming, den Fusionsgelüsten der Österreicher scheinen keine Grenzen gesetzt, zumindest wenn man der immer wieder brodelnden Gerüchteküche glaubt. Marktanalyst Nick Batram schrieb dazu in The Guardian': "Die Kombination von bestehenden und neu entstehenden Märkten bei gleichzeitiger Reduzierung der Kosten macht
Konsolidierung zu einem zentralen Thema der ganzen Branche. bwin hat bereits Gioco aufgekauft, um sich in
Italien zu stabilisieren, während PartyGaming Cashcade erwarb, um den Bingo-Sektor zu erobern. Mit seiner starken Sportwettenabteilung wäre bwin der ideale Partner für PartyGaming. Aber selbst wenn der Deal nicht zustande kommt, werden wir ähnliche Zusammenschlüsse sehen."
Als aktiver Konsolidierer kristallisierte sich bereits die französische Mangas heraus: Mangas Gaming besitzt unter anderen BetClic, Expekt, die Mehrheit an der österreichischen bet-at-home und holte sich zuletzt auch noch 60% der Everest Gaming Gruppe.
Everest Poker wurde vor gut zehn Jahren gegründet, ist in Europa sowie Asien bereits eine fixe Marktgrösse und ist einer der grössten Pokerräume der Welt. Daneben ist Everest auch einer der wenigen eigenständigen Pokerräume mit selbst entwickelter
Software. Und Tischsponsor der World Series of Poker in Las Vegas.
Wieviel der knapp vor Weihnachten bekannt gegebene Einstieg bei Everest kostet, wurde zwar nicht gesagt, doch die Summe dürfte beträchtlich sein. Zumindest will die bekannte französische Industriellenfamilie Dreyfus laut Gerüchten bei Mangas einsteigen. Das soll noch im Jänner passieren und Mangas die Mittel zur weiteren Expansion sichern.
Der Einstieg der auch politisch einflussreichen Dreyfus-Familie ist aber wohl auch ein Zeichen dafür, das Frankreichs Liberalisierung des Glücksspielmarktes immer konkretere Formen annimmt - für bwin einer der künftigen Schlüsselmärkte. Das Marktvolumen in 2012 wird laut Branchenstudien auf 1,2 Mrd.
Euro geschätzt. Im Gegensatz zu Italien - dort hat bwin den Anbieter Gioco Digitale übernommen - werden die Co-CEOs
Norbert Teufelberger und
Manfred Bodner in
Frankreich wahrscheinlich nicht zum Mittel des Zukaufs greifen. Vielmehr dürfte bwin dort auf seinen Joint-Venture-Partner, die Amaura Group, vertrauen. Amaura ist nicht nur Herausgeber der täglichen Sporttageszeitung L'Equipe, sondern gehört auch zu den Veranstaltern von Klassikern wie der Rally Paris-Dakar sowie der Tour de France.