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17.09.2009 09:27
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CAIB-Verkauf wohl gescheitert - Bank Austria will Teile behalten

BA-Vorstand Bernkopf: "Das Umfeld hat sich geändert" - Keine Entscheidung vor Jahresende - Noch "mehrere" Kapitalerhöhungen in Wien

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Der geplante Verkauf der CAIB, der Investmentbank der Bank Austria, an die deutsche HypoVereinsbank (HVB) dürfte nicht zustande kommen. Auch wird es keinen Verkauf im "Gesamtpaket" geben. "Das Umfeld hat sich geändert, die Dinge müssen neu bewertet werden", sagte Helmut Bernkopf (im Bild), in der Bank Austria für den neu geschaffenen Bereich Corporate und Investment Banking (CIB) zuständig, am Mittwochabend in Wien vor Journalisten. Die Analyse dazu werde aber nicht mehr heuer abgeschlossen werden.

Wie berichtet dürfte der von der UniCredit konzernintern geplante Verkauf der CAIB an die HVB bisher daran gescheitert sein, dass die HVB den vereinbarten Preis nicht mehr bezahlen wollte. Als Grund wird der fast 600 Mio. Euro schwere Jahresverlust der CAIB im Jahr 2008 angeführt.

Derzeit sieht sich die Bank Austria nun an, welche CAIB-Bereiche sie behalten will. "Einige kundennahe Bereiche werden sicher in die Bank Austria kommen", sagte Bernkopf. Die Marke CAIB werde bleiben, aber nicht mehr diese Rolle spielen. "Die CAIB in der heutigen Form wird nicht bestehenbleiben", sagte Bernkopf. Wieviele der derzeit rund 300 Mitarbeiter abgebaut werden, ist aber noch unklar: "Wir haben die Zahlen noch nicht, wir müssen uns die Dinge erst genau ansehen", so der Vorstand.

Laut Bernkopf wird es bis Jahresende an der Wiener Börse noch zu "mehreren" Kapitalerhöhungen kommen, vornehmlich bei den grossen ATX-Unternehmen. Von einem echten neuen Börsenzugang weiss aber auch Bernkopf nichts. Sei bisher Fremdkapital aufgenommen worden, sollten sich die Unternehmen jetzt verstärkt die Eigenkapitalseite ansehen. "Die Zeit reif", so Bernkopf, "jetzt sind die Aktienkurse wieder auf einem ausreichend hohen Niveau, wo es sinnvoll ist". So würde etwa kaum ein ATX-Unternehmen noch unter seinem Buchwert notieren. Die Lage sei aber noch sehr volatil. Wie viele und welche bei der Bank Austria schon in der Schublade liegen, wollte Bernkopf nicht konkret sagen, aber es sei eine "Handvoll". Wie berichtet dürfte zumindest bei der OMV eine Kapitalaufstockung um 800 Mio. Euro ins Haus stehen.

Laut Bernkopf wird die Regelung für die Managerbezüge bei der Bank Austria umgestellt. Bereits für dieses Jahr werden die Bonifikationen auf einen dreijährigen Beobachtungszeitraum umgestellt. In Zukunft zählt nicht mehr nur das Erreichen von finanziellen Ziele, sondern rund 50 Prozent beruhen auf "weichen Faktoren", wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder Reputation. "Die Kriterien werden den Vorstellungen der Aufsicht entsprechen", meinte Bernkopf. Die neuen Boni-Regelungen gelten für die Vorstände und weitere rund 100 Führungskräfte aus der zweiten Ebene schon für dieses Jahr. Das System soll in Zukunft auch auf weitere Ebenen ausgedehnt werden.

Der Anteil der notleidenden Kredite (NPL-Non perferming Loans) werde auch im zweiten Halbjahr auf hohem Niveau bleiben, erwartet Bernkopf. Die Bank Austria gehe dabei in Österreich von 0,86 Prozent bei den Firmenkunden aus. Das sei niedriger als in der gesamten Gruppe. Im Grosskundenbereich und öffentlichen Sektor, wo die Bank stark vertreten sei, gebe es kaum Ausfälle. Dagegen dürften die Kreditausfälle unter den kleinen und mittelgrossen Unternehmen sicher noch steigen. Die Zahl der Insolvenzen werde in dieser Gruppe auch 2010 auf hohem Niveau bleiben. Entspannen dürfte sich die Lage erst 2011.

Keine grösseren Probleme hätte Bernkopf mit der von der Nationalbank forcierten Zusammenlegung des österreichischen Zahlungsverkehrs. "Wenn es ein positiver Business-Case ist, dann ja", meinte Bernkopf. Zuerst müsste man die Sache allerdings analysieren.

Das österreichische Firmenkundengeschäft wächst noch, so Bernkopf. Im ersten Halbjahr sei es inklusive dem öffentlichen Sektor um 2,8 bis 3 Prozent gewachsen. Eine Kreditklemme gibt es seiner Ansicht nach nicht, es sei genügend Liquidität vorhanden. Im Investmentbanking sieht Bernkopf keine grossen Risiken mehr. "Das Bewertungsthema ist hoffentlich ausgestanden". Auf der Produktseite laufe es sehr gut, alle Sektoren liefen positiv, ausser der M&A-Bereich. "Dieser Markt ist noch relativ tot", so der BA-Vorstand. Auch das Kapitalmarktgeschäft laufe ganz gut.

Die Fusion der Geschäftsbereiche Investmentbanking und Firmenkundengeschäft und die Neustrukturierung der daraus entstandenen Corporate and Investment Banking Division (CIB) möchte Bernkopf im Herbst abschliessen. Die Division zählt rund 1.400 Mitarbeiter, davon sind rund 400 im Investmentbanking-Bereich tätig - 300 davon in der CAIB. Nicht berücksichtigt ist dabei der Leasing-Bereich, der ebenfalls in eine eigenen Tochtergesellschaft ausgelagert ist. (APA)

Eine wichtige Ergänzung, mit dem Titel "CAIB-Verkauf 2 - Bank Austria: "Verkaufsentscheidung weiter aufrecht" - zu diesem Artikel finden Sie unter: http://www.boerse-express.com/pages/8134...

 



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