Finanzminister Pröll - Exit aus Staatshilfen erhöht Fusionsdruck

Europaweite Abstimmung der Rückführung von Staatsgeldern notwendig, sonst droht nächster Kollaps
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Langsam, aber sicher, müssen sich auch die Europäer Gedanken machen über abgestimmte Ausstiegsszenarien aus staatlichen Bankenrettungspaketen und aus Garantien für Finanz- und andere Wirtschaftsunternehmen. Denn würden in ein paar Jahren die befristeten Rettungsschirme alle zur gleichen Zeit eingeholt, wäre bei den gigantischen Summen, um die es geht, das nächste ernste Problem programmiert. Davor warnte Finanzminister Josef Pröll (V) am Montag in Alpbach im APA-Gespräch. Auf Europa sieht er daraus auch neue Fusionswellen zurollen.

Es gehe nicht nur um die von jedem Staat vorzunehmende geordnete Rückführung der Staatsschulden, so Pröll, sondern um jene "viele hundert Milliarden", die von den Staaten infolge der Finanzkrise zur Bankenunterstützung und für Garantien für Industrieunternehmen gewährt wurden. Hier müsse ein System gefunden werden, das noch nie zuvor erprobt worden sei.

Für den Bankenapparat sieht Pröll die Notenbanken gefordert, Szenarien für solche abgestimmten Exitstrategien zu erarbeiten.

Wo sich der Staat direkt ins Aktienkapital von Grossbanken einkaufen musste, war das meist eine befristete Hilfsmassnahme. Dort kommen in den nächsten Jahren zahlreiche Pakete von Bankaktien auf den Markt. Auch daraus erwartet Pröll einen neuen Konsolidierungsdruck für die Finanzbranche in Europa. Er empfiehlt den Marktteilnehmern, sich dagegen nicht zu sperren: "Eine destruktive Konservierung darf es nicht geben".

In Österreich sieht Pröll aber weniger Anpassungsdruck als in anderen Ländern, etwa in Deutschland (Landesbanken etc.). Überall aber müssten sich nach der Krise die Banken und andere Wirtschaftsunternehmen über ihren eigenen strukturellen Handlungsbedarf im Klaren sein. (APA)

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© boerse-express.com 31.08.2009