Anlässlich des weltweiten Aktionstages für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran ist angesichts ihres Engagements in der Islamischen Republik eine Mahnung an die
OMV ergangen.
Aaron Rhodes von der Internationalen Kampagne für Menschenrechte im Iran sagte am Samstag bei einer Kundgebung auf dem Heldenplatz in
Wien laut einer Aussendung: "Wir bestehen darauf, dass unsere Regierungen in ihren Kontakten mit Iran die Menschenrechte zur Priorität machen. Wir bestehen auch darauf, dass
Unternehmen, die in Iran aktiv sind, zum Beispiel
Siemens, Nokia und OMV, sich auch um eine Verbesserung der Menschenrechtssituation bemühen."
Im April 2007 hatte die OMV mit der National Iranien Oil Company eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Teilnahme der OMV an dem iranischen Gasprojekt South Pars vorsieht. Geplant ist eine Anlage zur Verflüssigung des Gases für den Export. Der Deal wurde seitens Israels und den
USA heftig kritisiert.
Rhodes, früherer Direktor der Internationalen Helsinki-Föderation (1993-2007) sagte vor den Kundgebungsteilnehmern in Wien, seit dem 12. Juni, als die Menschen in Iran versucht hätten, ihr
Recht auf freie Wahlen auszuüben, sei der Iran "eines der repressivsten Länder der Welt" geworden. "Iran ist eine Militärdiktatur geworden, und das Wort 'Republik' sollte aus seinem Namen getilgt werden."
Etwa 2000 Menschen seien festgenommen und inhaftiert worden, viele weiterhin in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt. Einige Repräsentanten der religiösen Führung hätten die Justiz, die politischen Befehlen folge, anstatt die Rechte der Bevölkerung zu schützen, angewiesen, die friedlichen Demonstranten als "Feinde Gottes" anzuklagen, also ein Verbrechen, für das man hingerichtet werden könne.
"Wir wissen nicht, wie viele Menschen bei den Demonstrationen getötet wurden, aber es gibt Berichte, nach denen die Zahl sehr viel höher ist als nach Angaben der Regierung", so Rhodes. "Wenn die Regierung sieht, dass die Welt unberührt zuschaut, dann könnte die Lage sich sogar noch weiter verschlechtern. Aber wir - Sie, ich, unsere Familien und Freunde - wir alle müssen den Menschen in Iran beistehen, die ihre Rechte einfordern, denn was in Iran passiert, ist eine Herausforderung für die Idee der Universalität der Menschenrechte."