Nach dem knappen Wahlsieg seines rechten Parteienbündnisses bei der Parlamentswahl in Albanien hat Regierungschef Sali Berisha die kleine Mitte-links-Partei Sozialistische Integrationsbewegung (LSI) als Koalitionspartner gewinnen können. Damit kommt es zu einer ersten Koalition zwischen Parteien der beiden rivalisierenden Lager. Die Sozialisten (PS) zweifeln das Wahlergebnis weiter an.
Berishas Demokratische Partei (PD) und das Bündnis für einen Wandel hatten nach vorläufigen Ergebnissen bei der Wahl am vergangenen Sonntag 71 der 140 Parlamentssitze geholt - zu wenig für eine stabile Mehrheit. Diese soll jetzt die LSI sichern helfen, die 5,56 Prozent der Stimmen erhielt. Ich habe die Einladung von Herrn Berisha angenommen", sagte der LSI-Chef und frühere Ministerpräsident Ilir Meta am Samstag. Meta betonte, er habe sich zur Koalition mit dem Berisha-Bündnis entschlossen, um eine politische Krise im Land zu verhindern.
Nach dem äußerst knappen Wahlausgang hatte das größte Oppositionsbündnis um die Sozialistische Partei das Berisha-Lager des Wahlbetrugs bezichtigt. Berishas Bündnis hatte den jüngsten vorläufigen Ergebnissen zufolge 46,81 Prozent der Stimmen geholt, das von Tiranas Bürgermeister Edi Rama geführte sozialistische Bündnis 45,42 Prozent.
Die Wahl galt als Test für Albaniens Aussichten für einen
EU-Beitritt. Die vorherigen Wahlen seit Ende der kommunistischen Herrschaft Anfang der 1990er Jahre waren stets von Protesten und Gewalt überschattet worden. Albaniens oppositionelle Sozialisten haben aber bereits damit gedroht, ihre Proteste gegen das von ihnen nicht anerkannte Ergebnis der Parlamentswahlen vom vorigen Sonntag auf die Straße zu tragen.