Für den Fall, dass die
Wirtschaft weiterhin nicht ausreichend mit Krediten versorgt werden sollte, kündigte Steinbrück deutlich weitergehende Maßnahmen an: "Wenn es im zweiten Halbjahr zu einer echten Kreditklemme kommen sollte, wird sich die Bundesregierung mit der Bundesbank zusammensetzen und nach Lösungen suchen müssen. Dabei müsste man dann über Maßnahmen nachdenken, die es noch nicht gegeben hat", sagte der Finanzminister. Auf die Frage, ob er dabei an die Einführung von Zwangskrediten denke, sagte Steinbrück: "Ich will darüber jetzt nicht spekulieren. Aber wir werden alle Anstrengungen unternehmen müssen, die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten sicherzustellen."
Kritik übte Steinbrück in "Bild am Sonntag" an der Kreditvergabepraxis der
Banken. Diese bekämen derzeit von der Bundesbank sehr viel Geld für den extrem niedrigen Zinssatz von einem Prozent. "Doch die Banken stecken das Geld derzeit viel lieber in den Handel mit
Devisen, Rentenpapieren und
Aktien, statt es als Kredite weiterzugeben", so Steinbrück.