UPDATE: Druck und Auslieferung des Quelle-Katalogs gestoppt

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DJ UPDATE: Druck und Auslieferung des Quelle-Katalogs gestoppt

(NEU: Aussagen des vorläufigen Insolvenzverwalters)

Von Kirsten Bienk
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HAMBURG (Dow Jones)--Die Arcandor-Tochter Quelle steht vor einem neuen Problem. Die Druckerei Prinovis hat die Produktion und die Auslieferung des aktuellen Kataloges eingestellt. Ursache hierfür ist ein Eigentumsvorbehalt, den die in die Katalogproduktion involvierten Druckereien Schlott und Print.Forum geltend gemacht haben.

Diese beiden Druckereien haben Prinovis nach Angaben ihres Sprechers Alexander Adler am späten Nachmittag des 1. Juli mitgeteilt, dass sie in Bezug auf vorproduzierte Katalogbögen einen Eigentumsvorbehalt geltend machen. Diese Bögen werden üblicherweise von Prinovis Nürnberg zusammen mit den im eigenen Betrieb gedruckten Katalogseiten zum Quelle-Katalog weiterverarbeitet.

Prinovis ist wegen dieser Geltendmachung dazu verpflichtet, die weitere Produktion und Auslieferung des Quelle-Katalogs auszusetzen. Nehmen die Vorlieferanten ihren Eigentumsvorbehalt wieder zurück, kann Prinovis Druck und Produktion fortsetzen.

Dies wird aller Voraussicht nach noch bis mindestens Mitte nächster Woche dauern. Denn erst zu diesem Zeitpunkt kann die Schlott-Gruppe die Begleichung ihrer Rechnungen erwarten. Sobald Quelle Geld überweise oder die Begleichung der Rechnungen verbindlich garantiere, werde die Druckerei die Produktion wieder aufnehmen und den Eigentumsvorbehalt zurücknehmen, sagte Schlott-Sprecher Marco Walz. Bislang fehle aber diese verbindliche Zusage, und Schlott könnte nicht noch länger auf eigenes Risiko produzieren.

"Wir sind in eine gewisse Vorleistung gegangen", sagte der Sprecher mit Blick auf den Druckbeginn vor einigen Wochen. Mehr Vorleistungen ohne Garantien seien jetzt aber nicht mehr möglich. Dafür sei das Risiko zu groß.

Die Druckerei hofft nun auf eine schnelle Finanzierungszusage. Die Schlott-Gruppe sei davon ausgegangen, dass diese Zusage wesentlich früher hätte erteilt werden können, sagte der Sprecher. Entsprechende Signale von diversen Seiten hätten darauf hingedeutet.

Alle Beteiligten hätten auf eine frühere Auszahlung des Massekredits für Quelle gehofft, sagte Thomas Schulz, Sprecher des vorläufigen Arcandor-Insolvenzverwalters. Der Vertrag über den Kredit von 50 Mio EUR umfasse allerdings 700 Seiten und müsse so formuliert sein, dass er sowohl vor der Bundesregierung als auch vor der Europäischen Union Bestand habe. Schulz geht aber davon aus, dass der Vertrag am Montag unterzeichnet werden kann.

Damit könnte das als Sicherheit für die Quelle-Factoring-Bank Valovis beantragte Geld dann auch bei dieser Bank hinterlegt werden. Am Mittwoch könnte Valovis die Arbeit wiederaufnehmen und die ersten Überweisungen an Quelle tätigen, sagte Schulz. Das Versandhaus werde dann seinerseits die Rechnungen der Druckereien bezahlen. Wegen dieses Zeitrahmens habe der vorläufige Insolvenzverwalter die Druckereien am Donnerstag gebeten, auch weiterhin in Vorkasse zu gehen.

"Für das Image von Quelle ist das Stoppen von Produktion und Auslieferung des Katalogs nicht förderlich", sagte der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters. Es wäre schön gewesen, wenn dies nicht passiert wäre.

Der Insolvenzverwalter hat aber keinerlei rechtliche Handhabe, Schlott die Überweisung des Geldes verbindlich zuzusagen, solange er nicht über die entsprechende Liquidität verfügt. Diese Liquidität habe er erst, wenn Valovis wieder Geld an Quelle überweise. Insofern könnte der Verwalter das Verfahren nicht beschleunigen, sagte Schulz.

Die Europäische Kommission hatte am Dienstag die erst am Vortag von der Bundesregierung zugesagte Rettungsbeihilfe von 50 Mio EUR zugunsten Quelle genehmigt. Die Beihilfe vom Bund und zum Teil von den Ländern Bayern und Sachsen erfüllt den Angaben aus Brüssel zufolge die Kriterien der EU-Leitlinien für Beihilfen zur Rettung und Umstrukturierung von Unternehmen in Schwierigkeiten. Die Beihilfe werde als Darlehen gewährt und sei zeitlich befristet.

Das Versandhaus Quelle hatte am 9. Juni 2009 wegen der Probleme seiner Muttergesellschaft Arcandor einen Insolvenzantrag gestellt und war in einen existenzgefährdenden Liquiditätsengpass geraten. Quelle brauchte vorübergehend eine Kreditlinie von 50 Mio EUR, um die Risiken in Verbindung mit der Rückgabe bereits verkaufter Waren abzudecken, die seit dem Insolvenzantrag gestiegen sind.

Webseite: http://www.arcandor.de
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116,
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July 03, 2009 10:56 ET (14:56 GMT)

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