Würde es nach den Zugriffen gehen, so wäre der Sektorreport von KBC Securities zu CEE
-Banken die "Analyse der Woche". Das Branchen
-Update wurde am Montag veröffentlicht, an diesem Tag berichteten wir auch darüber. Am Freitag war die Analyse in den Zugriffen noch immer top. Mit ein Grund mag wohl auch die Überschrift des Artikels" Erste und
Raiffeisen: Ab 2011 wieder Milliardengewinne?" sein. Das Banken-Researchteam von KBC unter Mark MacRae senkt zwar die Prognosen für die Entwicklung der Bankgewinne in den Jahren 2009 und 2010,
Erste Group und Raiffeisen sollten aber bereits 2011 wieder einen Überschuss von jeweils über 1 Mrd.
Euro ausweisen.
Wir (und auch viele Leser) hoffen, dass sich diese Szenarien bewahrheiten. In einem Umfeld, in der sich die in dieser Region tätigen Banken aber noch primär mit der Frage plagen, welche Auswirkungen die steigende Arbeitslosigkeit hat, und internationale Organisationen, wie die
OECD, vor weiteren Gefahren für das Finanzsystem warnen und zu fertigen Notfallplänen raten, erscheint uns der Optimismus aber doch noch etwas zu gross.
So wir uns weiter an den Zugriffen orientieren, dann gehört der dieswöchige
Gold-Report der Erste Group-Analysten vor den Vorhang. Ronald-Peter Stöferle sieht in der Spezial-Publikation zum gelben Edelmetall (Titel: "In Gold we trust") den Goldpreis - mehr denn je - in einem intakten Aufwärtstrend. "Wir glauben, dass erst in etwa die Hälfte der Aufwärtsbewegung vollzogen ist, die impulsive Phase dürfte erst folgen. Und weiter: "Rohstoff- und Edelmetallzyklen dauern besonders lange, zumindest 15 bis 20 Jahre. Nachdem der jüngste
Bullenmarkt erst 2001 startete, könnten wir erst bei der Hälfte des Zyklus stehen. Dies impliziert, dass unser Kursziel von 2300 US-Dollar am Ende des Zyklus mehr denn je realistisch erscheint".
Neben diesen Prognosen bietet "In Gold we trust" auch spannendes Lesematerial. So wird nicht nur auf häufige Argumente, Mythen und Kritikpunkte rund um Gold eingegangen, sondern auch die Frage thematisiert, ob der Goldpreis manipuliert wird. Wir wählen daher diesen Report zur "Analyse der Woche".
Ebenfalls umfangreiches Lesematerial - und daher auch ein "heisser Tipp" - ist
die am Mittwoch publizierte "Strategie
Österreich & CEE" von Raiffeisen Research. Die Analystenteams unter Leitung von
Birgit Kuras (RCB) und
Peter Brezinschek (RZB) thematisieren die Bodenbildung der
Konjunktur im Sommer, sehen aber insgesamt einen "steinigen Weg" in Richtung Erholung. Die Top-Picks am österreichischen Aktienmarkt sind
Intercell,
RHI und
Post.
Weiters im Rennen waren:
- Das Update von Goldman Sachs zu Online Gaming
-Aktien. Die Analysten Karen Hooi und Patrick Hargreaves versuchen, die Chance auf eine Öffnung des streng regulierten US-Marktes einzupreisen. "Die Annahme, dass der US-Onlinemarkt schlussendlich reguliert wird, ist naheliegend, schon allein wegen der damit verbundenen postiven Auswirkungen auf die US-Steuereinnahmen", schreiben sie. bwin zählt zu jenen Aktien, die unter diesem Aspekt das beste Risiko-/Ertragsprofil aufweisen. Dafür wird das Kursziel auch um gut 50% auf 40,1 Euro erhöht.
- Der am Freitag erschienene Versicherungsreport der Erste Group. Die Versicherungswirtschaft ist von allen Sektoren des DJ Euro Stoxx derzeit am niedrigsten bewertet. Analyst
Christoph Schultes geht auf die Aussichten für die Branche ein und kürt die
Aktie der
Vienna Insurance Group zum Top Pick. Die
VIG war unter den grossen europäischen Versicherern auch die einzige, die 2008 ihr
Eigenkapital erhöhen konnte. Bei allen anderen haben sich Bewertungsverluste in das Eigenkapital gefressen.
Die
Börse Express Redaktion kürt jeweils zum Wochenschluss eine "Analyse der Woche". Dabei wollen wir rückblickend nochmals auf jene Reports hinweisen, die entweder deutliche Kursreaktionen ausgelöst, überraschende Aspekte oder neue Ansätze enthalten haben. Die BE-Redaktion erhebt natürlich keinen Vollständigkeitsanspruch, wir können nur jene Analysen in unsere Überlegungen einbeziehen, von denen wir wissen. Auch wird die "Analyse der Woche" nie frei von subjektiven Einschätzungen sein. Aber das ist die Börse auch nicht.