Institute, die staatliche Kapitalspritzen erhalten haben, sind im Kreditgeschäft zurückhaltender, so eine Umfrage
Staatshilfe sorgt bei europäischen
Banken offenbar nicht für eine grössere Bereitschaft zur Vergabe von Darlehen. Im Gegenteil: Institute, die staatliche Kapitalspritzen erhalten haben, sind im Kreditgeschäft zurückhaltender als andere Banken und verlangen von den Darlehensnehmern höhere
Zinsen, geht aus einer Umfrage von Greenwich Associates hervor. "Dabei bleibt die Frage offen, ob diese Banken jetzt genug Kapital haben, um neue Kredite zu vergeben oder wenigsten das bestehende Geschäft zu halten", sagte Robert Statius-Muller, Analyst von Greenwich Associates, im Bloomberg-Interview. "Da die
Wirtschaft in der Flaute steckt, verhalten sie sich in wirtschaftlicher Hinsicht vernünftig."
Die durch Staatsgeld gestützten Banken verfolgten im Kreditgeschäft keine einheitlichen Strategien und würden ausländische Kreditnehmer ablehnen, heisst es im Bericht der in Stamford, Connecticut, ansässigen Beratungsgesellschaft, der auf der Befragung von 263 europäischen
Unternehmen beruht. Auch was den Markt für Unternehmensanleihen angeht, überwiegt der Studie zufolge die Zahl der Unternehmen, die von schlechteren Konditionen berichten. Demnach hatten es etwas mehr als 25 Prozent der Befragten in den vergangenen drei Monaten leichter, sich am Bondmarkt Mittel zu beschaffen. Für 30 Prozent war es schwerer, und 43 Prozent konnten keine Veränderung ausmachen. Bei kurzfristigen Schuldverschreibungen ergibt sich den Informationen von Greenwich zufolge sogar ein etwas trüberes Bild.
"Es gab in jüngster Zeit viele optimistische Berichte zu ersten wirtschaftlichen Lichtblicken", sagte Statius-Muller. "Die Unternehmen sagen jedoch, es sei schwerer und nicht einfacher, Darlehen zu bekommen. Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten heraus."
(Bloomberg)