Bank Medici und Kohn sollen Madoff bis zu 8 Mrd. Dollar vermittelt haben

Magazin beruft sich auf FBI-Ermittlungen, angeblich 300.000 Dollar Provision pro Monat
(c)  MEINUNG 0    TAGESTHEMEN     BLOGS 
 
Die Bank Medici und deren Eigentümerin Sonja Kohn sollen fünf bis acht Milliarden Dollar Anlegergeld - also weit mehr als die kolportierten 3,5 Milliarden Dollar - an den US-Betrüger Bernard Madoff vermittelt haben, heisst es in einer Vorab-Meldung des Wirtschaftsmagazins "Format" am Donnerstag. "Format" beruft sich dabei auf Ermittlungsergebnisse des FBI (Federal Bureau of Investigation).

"Sonja Kohn soll von Bernard Madoff Provisionen von 900.000 Dollar pro Quartal (vermutlich seit der Gründung der Bank Medici 2003) für Researchtätigkeiten erhalten haben, wobei der Verdacht bestehe, dass diese Zahlungen den Wert ihrer Leistungen bei weitem übersteigen" zitiert "Format" weiters aus dem Polizeipapier. Kohn sei für eine Stellungnahme gegenüber "Format" nicht erreichbar gewesen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe über die Einvernahme von Kohn durch die Staatsanwaltschaft Wien. "Es ist mir unbegreiflich und für mich unvorstellbar, wie Madoff an allen Kontrollinstanzen vorbei diesen Betrug begehen konnte, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sonst niemand eingeweiht war", so die Bank-Medici-Gründerin in dem "profil" vorliegenden Einvernahmeprotokoll. "Weder bei mir noch bei anderen Personen oder Aufsichtsorganen hat die Performance einen Verdachtsmoment ausgelöst." Sie habe selber in einen von Madoff verwalteten Fonds investiert: "Meine Familie hat drei Millionen Euro und zusätzlich zwei Millionen US-Dollar in diesen Fond investiert."

Weiter unklar bleibt laut "profil"-Vorausbericht, wo die Provisionen für die Fondsverwaltung geblieben sind. Die Bank Medici selbst habe nur einen Bruchteil erhalten. "Die Auszahlungen von Provisionen sind Gegenstand von Ermittlungen", wird Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien zitiert. Kohn selbst erklärt, sie habe keinerlei Provisionen erhalten: "Über Vorhalt der Behauptungen in den Medien, wonach ich 8,2 Millionen Euro für die Vermittlung von Investoren erhalten hätte, ich betone nochmals, dass ich derartige Beträge nicht erhalten habe, und zwar nicht nur nicht in dieser Grössenordnung, sondern gar nicht", so Kohn bei ihrer Einvernahme am 21. April gegenüber der Staatsanwaltschaft.


(APA)

Mehr zum Thema

» Madoff-Skandal zwingt UBS zur Verfahrensänder...

» Die Einvernahme der Bank-Medici-Gründerin im ...

» Geldwäscheverdacht gegen Sonja Kohn




 


© boerse-express.com 28.05.2009