Die
USA steuern nach Auffassung des Investors
Marc Faber unweigerlich auf eine Hyperinflation zu. Im Interview mit Bloomberg erklärte der Investor, Fondsmanager und Herausgeber eines monatlichen Börsenbriefs am Dienstag in Hongkong: "Ich bin 100 Prozent sicher, dass den USA eine Hyperinflation bevorsteht".
Zur Begründung verweist Faber auf den rasch wachsenden Schuldenberg der Vereinigten Staaten. Wenn der Zeitpunkt gekommen sei, wo die Notenbank
Fed eigentlich die
Zinsen anheben müsste, werde sie sich dagegen sträuben. Dann werde sich die
Inflation beschleunigen. Die Preise könnten in einem Tempo zulegen, das "nahe an" die Entwicklung in Zimbabwe herankommt, so Faber weiter. Das afrikanische Land verzeichnete 2008 eine Hyperinflation, die letzte amtliche Statistik vom Juli bezifferte sie mit, aufs Jahr gerechnet, 231 Millionen Prozent.
Andere Ökonomen trauen der Federal Reserve mehr zu. David Cohen, Leiter der volkswirtschaftlichen Prognose beim Beratungshaus Action Economics in Singapur, räumt ein, dass die hohe
Liquidität, die ins Bankensystem gepumpt wurde, durchaus Sorgen hinsichtlich einer Inflationsgefahr begründet, fügt aber hinzu: "Ich traue der Fed zu, dass sie eine Strategie hat, wie sie die ganze Liquidität zum angemessenen Zeitpunkt wieder abschöpft."
Bei der US-Notenbank Fed selbst ist Hyperinflation kein Thema. Charles Plosser, Präsident der Fed-Niederlassung in Philadelphia, sagte am 21. Mai, die Inflationsrate dürfte bis 2011 auf 2,5 Prozent steigen. Dieser Wert liegt über dem langfristig angestrebten Zielkorridor der Notenbank zwischen 1,7 und zwei Prozent. Plossers Prognose steht im Gegensatz zur Sorge einiger Ökonomen und amerikanischer Notenbanker, die befürchten, der Abschwung könnte auf breiter
Basis zu rückläufigen Preisen führen. Seit Dezember hält der geldpolitische Ausschuss der Fed die kurzfristigen Zinsen in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent, um die Ausleihungen zu stimulieren und die schlimmste
Rezession seit 50 Jahren zu beenden.
Faber erklärte, er stocke weiter seine Anlagen in
Gold auf. Er riet bereits vor acht Jahren zum Kauf, als das Gold am Anfang einer acht Jahre andauernden Aufwärtsbewegung stand und die
Unze bei 300 Dollar notierte. Im Vorjahr kletterte der Goldpreis zeitweise über die 1.000 Dollar-Marke und lag am Mittwoch bei 949,50 Dollar.
Mit Blick auf die Aktienmärkte gibt Faber Asien den Vorzug. "Von allen Regionen der Welt ist Asien nach wie vor bei weitem am attraktivsten", sagte er. Allerdings sieht er die Weltwirtschaft nicht auf den Pfad der "Wohlstands" der Jahre 2006 und 2007 zurückfinden, selbst wenn sich die
Wirtschaft von der Rezession erholt, merkt der Investor an. (Bloomberg)
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