Wirtschaftskriminalität - Derzeit insgesamt 300 Verfahren anhängig

Von Elsner über Mensdorff-Pouilly bis zu Meinl - Personelle Ressourcen bei der Staatsanwaltschaft überstrapaziert
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Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner, Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly und der Banker Julius Meinl sind die bekanntesten Vertreter aus der Wirtschaft, die derzeit von der Justiz wegen illegaler Machenschaften belangt werden. Gegenwärtig würden aber insgesamt 300 Fälle von der Wirtschaftsgruppe der Staatsanwaltschaft Wien geprüft - dazu kommen noch zehn grosse Fälle, bei denen es darum geht, meist komplizierte Firmengeflechte zu entwirren, sagt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien Michaela Schnell im Ö1-"Morgenjournal": "Wir haben die Causa Meinl, die Causa Constantia, die Causa Mensdorff, die Causa Kommunalkredit, Medici-Bank, Siemens..."

Zehn Staatsanwälte bearbeiten diese Causen - jeder Staatsanwalt hat also einen grossen Fall. Dazu kommen rund 20 bis 30 quasi "normale Fälle". Wie sich das ausgeht? Derzeit nur sehr schwer, sagte Schnell: "Wenn man zum Beispiel die Causa Constantia hernimmt, kann hier derzeit nur ein einziger Staatsanwalt für diese Sache abgestellt werden. Es wäre aber von der Dimension her durchaus die Bearbeitung unter Mithilfe eines weiteren Staatsanwaltes wünschenswert, was aber aufgrund der personellen Ressourcen derzeit nicht einmal ansatzweise möglich ist."

Die Verfahren dauern oft immens lange, zumal bereits die Ermittlungen oft sehr kompliziert und sehr umfangreich sind. Die Täter haben oft einen Vorsprung, weil sie die komplizierten Konstrukte erdacht haben, sagt Schnell. Bis die Staatsanwälte die Materie durchgeackert haben, dauere es oft eine gewisse Zeit. Es gibt Fälle, die bereits seit neun Jahren anhängig sind.

(APA)

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© boerse-express.com 03.04.2009