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23.03.2009 16:40
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Banken sollen für die Allgemeinheit arbeiten

US-Ökonom James Galbraith fordert die Insolvenz von maroden Banken und mehr Kontrolle durch den Staat

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US-Ökonom James Galbraith fordert in einem Spiegel-Interview vom Montag die Insolvenz von Kreditinstituten und mehr Kontrolle durch den Staat. Die Insolvenz solle die Verluste, die einige Banken eingefahren haben, deutlich machen. Denn Banken die mit Hunderten Mrd. Dollar gestützt werden seien de facto insolvent. Das alte Management dieser Geldhäuser gehöre ausgetauscht, damit die "Wahrheitsfindung" erleichtert werde. Problematisch sei es auch, dass eine hoch verschuldete Bank keine Anreize mehr habe, seriöse Bankgeschäfte zu betreiben, weshalb die Gefahr des "Zockens" weiterhin gegeben sei. Wenn das alte Management davon ausgeht, dass die Bank früher oder später geschlossen wird, werden sie versuchen, noch soviel Geld wie möglich herauszuholen und werden daher auch weiterhin nicht auf ihre Boni und Dividenden verzichten. Daher sei dringend eine strengere, externe Aufsicht nötig.

Bei den hoffnungslosen Fällen sei eine Abschreibung auf den Wert der Aktien und nachrangigen Verbindlichkeiten nötig, wodurch die Anteilseigner die Verluste tragen müssen. In einem Verfahren der Neuorganisation und Rekapitalisierung soll die Bank in überlebensfähige Einzelteile zerlegt werden. Ein Austausch des Management, wie es bei der Hypo Real Estate der Fall war, hält er für einen wichtigen Schritt. Der Bankvorstand sei ein Beauftragter der Aktionäre, wenn eine Bank "Schiffbruch" erleidet, müssen daher die nötigen Konsequenzen gezogen werden, meint Galbraith im Spiegel- Interview. Galbraith fordert weiters, dass der Staat die Bankeinlagen absichert, da Sparer nicht verantwortlich sind für die Probleme der Banken. Er hält die Regierungen an, rasch zu handeln- denn je länger die Krise dauert, desto mehr wird sie kosten. Laut Galbraith lasse sich der Dominoeffekt nicht vermeiden. Die Frage sei lediglich, ob man ihn jetzt schon "lostretet" oder ob man sich noch lange später mit der Problematik herumschlagen will, meint Galbraith und verweist dabei auf die Japan-Krise der neunziger Jahre. Für Galbraith handelt es sich bei der Finanzkrise zwar um ein Systemversagen, allerdings wehrt er sich gegen neutrale Begriffe wie "Systemversagen" und "Blase", da sehr wohl kriminelle Energien am wirken waren. Für ihn entwickelte sich die Finanzkrise in einer "Kultur der Komplizenschaft".

(kasp)

 



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