Soros: 'Überleben des Euro gefährdet'

"Finanzsystem ist kollabiert" - Zur Rettung der Banken globaler Rettungplan nötig
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George Soros, US-amerikanischer Grossinvestor mit ungarischen Wurzeln, sieht das Überleben der europäischen Einheitswährung gefährdet. Wenn die EU nicht tätig werde - etwa mit "Bad Bank"-Modellen - dann dürfte der Euro diese Krise nicht überleben", sagte Soros in einem Interview mit der Tageszeitung "Der Standard" (Freitagausgabe). Angeblich haben diese Aussagen bereits am Donnerstagabend den Euro auf unter 1,30 Dollar gedrückt.

Die Probleme auf internationaler Ebene seien sehr ernst. Nur auf Konjunkturankurbelungsprogramme zu setzen, reiche nicht aus. Aber es gebe noch zu wenig Aufmerksamkeit dafür, dass weit mehr notwendig sei, so Soros. Die aktuelle Wirtschaftskrise habe sich als "schlimmer herausgestellt" als er das erwartet habe. Eigentlich sei das Finanzsystem kollabiert, die milliardenschweren Rettungspakete der USA und anderer Staaten seien eine künstliche Lebenshilfe.

Zu seiner Einschätzung der Lage in Österreich meinte Soros:"Es gibt ein grosses, grosses Problem auf der internationalen Ebene. Das trifft insbesondere auch auf Österreich zu. Die österreichischen Banken sind sehr stark in Osteuropa engagiert". Zur Rettung der Banken brauche man eigentlich einen globalen Rettungsplan.

Die Verbindlichkeiten könnten die Banken überrollen. Länder an der Peripherie, wie beispielsweise Osteuropa, würden sehr stark unter der Finanzkrise leiden. Es gebe ein Problem mit dem Bankensystem in den aufstrebenden Märkten, das durch den Kollaps des Bankensystems in der entwickelten Welt ausgelöst wurde.

"Das ist nur ein Problem. Das andere ist die Notwendigkeit, sich an Konjunkturankurbelungsmassnahmen zu beteiligen und eigene Pakete zu schnüren. Aber sie haben im Gegensatz zu den USA keine Möglichkeiten, das zu finanzieren. Deshalb braucht es international abgestimmte Massnahmen", so Soros.

Vor allem die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sollten diese Koordinierungsaufgabe übernehmen. Für Osteuropa sollte das die EU machen. Die Länder alleine seien eigentlich nicht stark genug, um ihr Bankensystem zu stützen.

Die Lehren aus der Krise sind für Soros klar. "Die Märkte regulieren sich nicht selbst", sagte der Investor laut Nachrichtenagentur AP beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos in der Schweiz. "Sie korrigieren nicht ihre eigenen Übertreibungen". Notwendig sei nach seiner Einschätzung Regulierung und Überwachung, um zukünftige Blasen an den Finanzmärkten zu vermeiden. Ein neues Finanszsystem müsse entstehen. Die Bekämpfung des Klimawandels könnte laut Soros der Motor für ein neues Wirtschaftsswachstum sein.
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© boerse-express.com 30.01.2009