Nach der Einvernahme des AvW-Chefs Wolfgang Auer von Welsbach durch die Staatsanwaltschaft am Mittwoch hat die Polizei am Abend eine Hausdurchsuchung beim Vorstandsvorsitzenden der in Turbulenzen geratenen Kärntner Beteiligungsgesellschaft durchgeführt. Grund für die Aktion war dem Vernehmen nach eine Anzeige von Anlegern, die insgesamt rund 8 Mio.
Euro bei der Gruppe veranlagt haben.
Staatsanwalt Helmut Jamnig bestätigte auf APA-Anfrage, dass eine Durchsuchung bei Auer von Welsbach durchgeführt werde. Seit Mittwoch wird der
Vorstand im Verfahren als Beschuldigter geführt, wie alle anderen Vorstandsmitglieder auch. Eine Einvernahme hatte es bis zum Abend noch nicht gegeben. Man könne aber davon ausgehen, dass es im Zuge der Durchsuchung auch eine Befragung des AvW-Vorstandschefs geben dürfte. "Der Betroffene wird üblicherweise bei einer Durchsuchung ja beigezogen", sagte Jamnig.
Auslöser für die neuen Aktivitäten der Justiz war laut Jamnig eine Anzeige, die Erich Holzinger, Rechtsanwalt mehrerer Investoren, am Dienstag bei der Klagenfurter Staatsanwaltschaft eingebracht hat. In der Sachverhaltsdarstellung wurde bei der Anklagebehörde beantragt, zu untersuchen, "ob strafrechtliche Tatbestände bei den Vorständen der AvW Gruppe
AG, der
AvW Invest AG und den Aufsichtsräten beider Gesellschaften", aber auch anderen involvierten
Personen vorliegen würden.
Die Anklagebehörde wurde auch aufgefordert, weitere Schäden für die Anleger zu verhindern, die eventuell durch eine Verschleuderung von Beteiligungen der AvW-Gruppe entstehen könnten. Die AvW Gruppe hat den Rückkauf von ihren Genussscheinen wegen eines "Liquiditätsengpasses", der angeblich durch unautorisierte Transaktionen des Ex-Prokuristen entstanden sein soll, vorerst eingestellt. Insgesamt sind etwa 12.000 Anleger betroffen.