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Im bisherigen Privatisierungsprozess der teilstaatlichen Austrian Airlines ist ja einiges schiefgelaufen. Die scheidende Bundesregierung hat sehr spät einen Privatisierungsauftrag erteilt, AUA-Chef Ötsch hat sehr spät gesagt, dass es der Airline doch nicht ganz so gut geht, die russische S7 hat sehr spät ein Angebot abgegeben und die ÖIAG hat sehr spät darüber infomiert, ob ein potenzieller Käufer da ist, und wie dessen Angebot ausschaut.
Die zur Schau getragene Zögerlichkeit hat einen Erfolg im ersten Anlauf verhindert, ein etwas überdimensionierter Katalysator war sicherlich noch die abträgliche Entwicklung der Finanzmärkte, die sowohl den Wert des zu verkaufenden Unternehmens gedrückt als auch Finanzierungen für Unternehmen erschwert hat. Es tut nichts zur Sache, da einen Schuldigen zu suchen. Was feststeht, ist, dass das Unternehmen wohl straffer organisierbar gewesen wäre und dass die Kommunikationspolitik zu keiner Zeit dem Optimum entsprochen hat - denn, Leute: die AUA ist zu einer guten Hälfte im Streubesitz und diese Aktionäre wurden im Regen stehen gelassen. Da wurde nur einmal die Aktie ausgesetzt, möglicherweise zu Recht, aber in einem ebenfalls nicht optimalen Zeitfenster. Dass nun die ÖIAG offenbar "Nein" zu KLM/Air France sagt, zeigt ein wenig die Verbohrtheit in dieser ganzen Mission. Es soll und muss die Lufthansa sein, wird damit signalisiert. Gerade hier würden mehrere Köche aber nicht schaden. Aus dem Börse Express vom 4.11.2008. Abos unter www.boerse-express.com/abos --> |