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30.10.2008

Ein guter Deal

Von Bettina Schragl
 

Die Erste Group hat einen guten Deal gemacht: CEO Treichl wurde bei der Pressekonferenz zwar nicht müde zu betonen, dass der Staat für die 2,7 Mrd. Euro Partizipationskapital einen hohen Kupon erhält und diese 8% einem höheren Aufschlag entsprechen als die Erste Group in der Vergangenheit für derartige Emissionen bezahlt hat.

Dennoch ist es günstiges Kapital, denn langfristige Fremdkapital-Emissionen von Banken sind im aktuellen Umfeld gar nicht möglich, auch hat der Deal mit der Regierung erstaunlich wenig Einschränkungen: Die Rückzahlung erfolgt zu 100% ohne Prämie, es liegt in der Entscheidungsfreiheit der Bank, ob sie die Bonds nach fünf Jahren wandeln will oder nicht, es wird weiterhin eine Dividende ausgeschüttet, auch die Bekenntnisse in Sachen Managemententlohnung haben eher freiwilligen Charakter als von Faymann und Molterer diktiert worden zu sein. Keine Stimmrechte für den Staat, keine Aufsichtsratssitze, keine Eingriffe in die Geschäftspolitik. Banken in anderen europäischen Ländern müssen ungünstigere Konditionen akzeptieren.

Die Erste hebt damit die Messlatte für die Kernkapitalquote in Österreich auf 10% an. Wenn’s danach geht, dann werden Bank Austria und RZB wohl früher oder später nachziehen, beide lagen zuletzt bei etwas über 7%.

Und wie schnell diese Quoten sinken können, zeigt die Erste Bank selbst vor: Sie rechnete noch vor ein paar Wochen, per Jahresende auf über 8% zu kommen (exkl. staatliches Kapital). Jetzt sind es nur noch um die 7,5%.
Die Differenz? Island.

Aus dem Börse Express vom 30. Oktober 2008

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