In einer Mitteilung der
Finanzmarktaufsicht (FMA) an die Staatsanwaltschaft wird der Constantia
Privatbank (CPB) vorgeworfen, die Jahresabschlüsse 2006 und 2007 verzerrt dargestellt zu haben. Wegen einer nicht periodengerechten ertragswirksamen Erfassung des Provisionsergebnisses würden die Bilanzen für die beiden Jahre keine getreue Abbildung der Vermögens- und Ertragslage wiedergeben. Dies berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" am Donnerstag. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Festgestellt worden sein soll diese Bilanzverzerrung laut der FMA-Sachverhaltsdarstellung von Mitte September durch die
Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in ihrem im August fertiggestellten Prüfbericht. Die im OeNB-Bericht dargestellten Vorgänge legen nach Ansicht der FMA das Vorliegen von amtswegig zu verfolgenden strafbaren Handlungen wegen Verstoss gegen § 255
AktG nahe, heisst es in der in den "OÖN" faksimiliert wiedergegebenen Sachverhaltungsdarstellung der FMA. "Aus diesen Gründen", heisst es weiter an die Staatsanwaltschaft
Wien gerichtet, "dürfen wir Ihnen oa. Sachverhalt zur weiteren Veranlassung übermitteln."
Am Freitag vergangener Woche hat die Staatsanwaltschaft der APA bestätigt, dass Erhebungen wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation laufen. Eine entsprechende Anzeige der FMA sei Anfang Oktober eingelangt, hiess es. "Die Erhebungen haben gerade erst begonnen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien,
Gerhard Jarosch. Weitere Entwicklungen könne man noch nicht bekanntgeben.
Die Constantia Privatbank ist Ende voriger Woche wegen akuter Liquiditätsengpässe in einer Blitzaktion von den fünf grössten
Banken Österreichs und der OeNB samt Bundeshaftung aufgefangen worden.
(APA/red)