Wiener Börse geniesst nur wenig Vertrauen bei den Österreichern
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Seit Beginn des heurigen Jahres ist die Wiener Börse (der österr. Aktienmarkt) ein Spielplatz von Spekulanten und Shortsellern. "Österreich" (dieser Begriff umfasst alle mit Wirtschaft und Finanz/Aktienmarkt befassten Stellen) hat, aus unerfindlichen Gründen zugesehen. Der Mix aus dem vorgenannten Faktum und der Finanzkrise hat die Panik am österr. Aktienmarkt beflügelt.
Damit weist der ATX, gemessen am Allzeithoch am 9.7.2007, (mit Ausnahme des RTS-I) die schlechteste Performance (- 56,45%) aller wichtigen Indizes auf.
Die Frage ist nun wie lange "Österreich" noch zusieht. Der ATX befindet sich auf den besten Weg in Richtung 1600 - 1300 Punkte und damit zu einer vernachlässigbaren Größe in Europa.
Die Möglichkeit Short Selling zu verbieten bzw. einzuschränken gibt es seit geraumer Zeit wird aber nicht rigoros – und das wäre dringend erforderlich - genutzt. Der nachfolgend angeführte Passus in den Handelsregeln der Wiener Börse betreffend Short Selling ist ein Freibrief zum weiteren Kursverfall an der Wiener Börse.
... Ausgenommen vom Verbot sind zudem Leerverkäufe, die zur Absicherung bereits bestehender Positionen dienen ...
Eine derartige Option ist einfach unverständlich und ...
Außerdem führt dieser Weg geradewegs in den Ausverkauf der im ATX und ATX-Prime börsennotierten Unternehmen (siehe Beispiel OMV = scheibchenweise Übernahme).
Abschließend stellt sich noch die Frage, warum ein Verbot von Short Selling nicht schon seit Anfang 2008 in Kraft war. Die Frage warum die Gesetzesvorlage der Notenbank und des FMA vom September 2008 ignoriert wurde steht ebenfalls noch unbeantwortet im Raum.
Fragen über Fragen ... aber was sind schon 62 Milliarden Börsenwertverlust ... doch nicht der Rede wert ... oder ?
Die Finanzkrise hat Ihren Höhepunkt noch nicht erreicht ... die Regierungen glauben das die diversen Rettungspakte eine Umschwung bringen und haben dabei vergessen, rigorose Maßnahmen, als klares Signal eines Neubeginnes, gesetzlich zu beschließen. Man hat nicht begriffen, dass nicht die Krise allein das Problem ist, sondern die maßgeblichen Akteure (Börsen, etc.) und Marktteilnehmer.
Die Rezession, in der wir uns schön längst befinden, erfordert ein generelles umdenken am Markt. Rezessionsängste sind daher nicht mehr erforderlich, sondern aktive Maßnahmen.
Wer jetzt noch nicht begriffen hat, dass ...
- derzeit freie Marktwirtschaft auch freier Fall bedeutet, hat die Situation
nicht erfasst
- die derzeitige Bewertung von Unternehmen reiner Anachronismus ist,
hat die Lage nicht erfasst
- die Mehrheit von Analysten überflüssig sind, da sie nach nicht mehr
zeitgemäßen Kriterien (wie z. B. Gewinnmaximierung) bewerten und
analysieren, ist zu bedauern.
Die nächsten Monate werden über dem Wirtschaftsstandort „Österreich“ entscheiden. Man darf gespannt sein ... es ist 10 Minuten nach 12.