Im Zuge der Eskalation der
Finanzkrise haben
Hedgefonds und andere private Großinvestoren massiv Kapital aus so genannten Emerging Markets (Schwellenländern) abgezogen. Besonders betroffen vom Kapitalabfluss seien
Russland, Brasilien und Indien, berichtet das Institute of International Finance (IIF), ein Konsortium von Finanzfirmen in Washington DC. apa washington
Laut Schätzungen des IIF werden heuer die Ströme von privatem Kapital in Emerging Markets um ein Drittel geringer sein als noch im Vorjahr. Nächstes Jahr soll der Kapitalfluss um weitere zehn Prozent sinken.
Betroffen seien die Märkte der Schwellenländer, die in Folge des Kapitalabflusses stark eingebrochen seien. Der russische Aktienmarkt sei gegenüber den Rekordständen von Mai um mehr als 60 Prozent gefallen. Nach Schätzungen der russischen Zentralbank waren 17 Mrd. Dollar private Investments zwischen Juli und September - noch vor der jüngsten Eskalation - aus Russland abgezogen worden. Unabhängige Finanzinstitute rechnen nun mit wesentlich höheren Zahlen.
Der Abzug des privaten Kapitals in Milliardenhöhe aus Schwellenländern folge der Logik, dass in diesen Ländern zwar hohe Renditen möglich seien, aber auch hohe Verluste drohen. In Krisenzeiten suche sich das Kapital sicherere Märkte. Zudem hätten manche grossen Hedge
Fonds bereits Refinanzierungsschwierigkeiten und seien zum Verkauf gezwungen, auch bei sehr niedrigen Kursen.