Die
Banken in Europa sind weiterhin unwillig, einander Geld auszuleihen. Sie halten bei der Europäischen Zentralbank nach wie vor Tagesgeldeinlagen in Rekordhöhe vor. Damit zeigen die Bestrebungen der
EZB, das Bankensystem mit
Liquidität zu fluten, bisher keinen Erfolg.
Am Dienstag hatten die Banken 196,1 Mrd.
Euro bei der mit 3,25 Prozent verzinsten Tagesfazilität der EZB hinterlegt. Die Ausleihungen der Zentralbank an die Geschäftsbanken erreichten vergangene Woche ein Rekordvolumen von 739,4 Mrd. Euro.
Die Kreditvergabe unter den Banken ist zum Erliegen gekommen, nachdem die Finanzinstitute mit über 635 Mrd. Dollar (465 Mrd. Euro) an Abschreibungen und Verlusten im Zusammenhang mit der US
-Hypothekenkrise zu kämpfen hatten. Zum Jahresende ist zudem die Finanzierungslage in der Regel angespannt, da Gesellschaften noch Transaktionen abschließen und ihre Bilanzen auf Vordermann bringen wollen.
Am Mittwoch bot die EZB den Banken im ersten Tender dieser Art unbegrenzte Dollar-Gelder für sieben Tage an. Sie lieh 170,9 Mrd. Dollar aus. Außerdem vergab sie Tageskredite über weitere 100 Mrd. Dollar. Banken liehen sich bei der Notfallfazilität der EZB 19,6 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von 4,25 Prozent aus, am Tag zuvor waren es 17,5 Mrd. Euro.
Zur Bekämpfung der Kreditkrise hatten die Regierungen in Europa und den
USA Rettungspläne angekündigt. Unter anderem wollen sie sich bei großen Finanzinstituten beteiligen. "Die gefühlte Temperatur am
Geldmarkt liegt jetzt bei minus 25 Grad statt minus 30 Grad. Aber wir sind noch immer stark unter Null", erläutert Ulrich Karrasch, Geldmarkthändler bei UniCredit Markets and Investment Banking.
(Bloomberg)