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08.10.2008
Darlings Radikalplan und seine AuswirkungenVon Bettina Schragl
Die radikalen Eingriffe von Grossbritannien und Finanzminister Darling, die die Teilverstaatlichung von acht Banken vorsehen, werden mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Nicht umsonst warnt OeNB-Gouverneur Nowotny vor einer "ungeordneten Eskalation" von Hilfsmassnahmen in Europa, die Wettbewerbsprobleme nach sich ziehen könnte.
Die Massnahmen - eine Rekapitalisierung der Banken für bis zu 50 Mrd. Pfund in Form von Vorzugsaktien - zielt auf eine Deeskalation der Lage ab, das Problem ist aber folgendes: Würde dieser britische Plan (Italien soll bereits ähnliches ventilieren), der auf eine Stärkung der Kernkapitalquote abstellt, quasi zur Norm werden, könnte das auf andere europäische Banken den Druck erhöhen, sich ebenfalls mit frischem Kapital versorgen zu müssen. Denn die Kernkapitalquote der UK-Banken würde - bei Ausnutzung des halben Rekapitalisierungsrahmens - auf mehr als 10% steigen. Analysten errechnen folglich in einer ersten Überschlagsrechnung, dass dies ein zusätzliches Eigenkapitalerfordenis von an die 130 Mrd. Euro für den europäischen Bankensektor ex UK bedeuten würde. Auch Erste Group und RI hätten hier Aufholbedarf (auf die 10%). Es ist aber unwahrscheinlich, dass derartige Beträge in der aktuellen Situation bei privaten Investoren aufzutreiben sind. Insgesamt sprechen Beobachter von einer neuen Ära: Regierungen kaufen sich mit Steuergeldern bei Banken ein und erhalten damit Kontrolle über die Steuerung, die Kreditvergabepraktiken etc. Die Regulierung wird damit sicher umfangreicher. Aus dem Börse Express vom 8. Oktober 2008 |