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06.10.2008
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Immofinanz-Gruppe: Kleibl soll's jetzt richten

Auswirkungen der Finanzkrise und Kritik wegen Querfinanzierung und Immofinanz- Dividende brachten die Kurse auf historische Tiefs. Der CEO zog nun die Konsequenz.
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Karl Petrikovics, seit Gründung von Immofinanz und Immoeast Chef der beiden Unternehmen, sucht sich eine turbulente Zeit für seinen Abgang aus: Die Aktienkurse sind auf historischen Tiefs, die Finanzkrise sorgt dafür, dass die Unternehmen zunehmend mit Liquiditätssorgen zu kämpfen haben, auch der Risikoappetit der Investoren für die CEE-Region könnte noch weiter schwinden. Weiters sind Immofinanz und Immoeast aufgrund der Querfinanzierung über ein Darlehen von 1,8 Mrd. Euro zunehmend Kritik ausgesetzt, die Ausschüttung der Dividende bei Immofinanz stösst in der aktuellen Lage auf Unverständnis.

Der Rücktritt von Petrikovics aus den Funktionen in beiden Gesellschaften und mit Wirkung von Montag stösst daher auf unterschiedliche Meinungen. Hinter den Kulissen heisst es, dieser Schritt sei erstmals vor einigen Wochen - im Vorfeld der Hauptversammlungen im September - ventiliert worden.

Über Petrikovics' Zukunft, der im Zuge der Internationalisierung des Managements vor kurzem seine Funktion als Vorstand der Constantia Privatbank zurückgelegt hat, gibt es heute keine Details. Er wird sich aber wohl kaum auf den Altersruhesitz zurückziehen, mutmassen Kreise. Dass Petrikovics nicht mit einem derartigen Ausmass der Kursverluste gerechnet hat, beweist sein Eigeninvestment: Er hat im Vorjahr insgesamt 2,1 Mio. Euro in 150.000 Aktien von Immofinanz und 100.000 Aktien von Immoeast investiert.

Sein Nachfolger Thomas Kleibl (im Bild) hat bislang Erfahrungen in der Baustoff- (Wienerberger) und Airline-Industrie (AUA) gesammelt. Zahlreiche Marktteilnehmer erwarten nun, dass er die Finanzierung auf eine solidere Basis stellen wird, auch weitere Immobilienabwertungen werden nicht ausgeschlossen.

Wann sich Kleibl erstmals öffentlich zu seinen Plänen äussert, ist noch offen. Am Montag wurden die Mitarbeiter informiert. Im jüngsten Update gehen die Analysten von Kempen übrigens nicht davon aus, dass die Immofinanz das 1,8 Mrd. Euro schwere Darlehen an Immoeast gemäss demjüngst präsentierten Rückzahlungsplan abbauen kann.

Beide Immotitel büssen am Montag rund ein Fünftel ihres Wertes ein. (bs)


Aus dem Börse Express vom 6. Oktober 2008
 
 

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