Die Marke von 2500 Punkten wurde zwar kurz vor 17.00 Uhr nach unten durchbrochen und der
ATX war damit mehr als 11% im Minus, in den letzten Handelsminuten sollte dann aber doch nicht ein derart historisches Kursminus verbucht werden. Der ATX machte noch etliche Punkte auf 2585,13 wett und ging mit einam Abschlag von 8,22% aus dem Handel. Damit liegt er ungefähr gleichauf mit anderen europäischen Börsen: Der DJ
Euro Stoxx büsste mehr als 7% ein, ebenso der
DAX.
Die grössten Kursverluste im ATX verbuchen die Bankaktien
Erste Group und
Raiffeisen International sowie die
Strabag, die allesamt um die 14% verlieren. Erste Group fällt auf 32,8 Euro zurück,
Raiffeisen International kostet nur noch 45 Euro. Das turbulente Umfeld sowie die anhaltend schlechten Nachrichten aus dem Sektor lasten auf den Titeln.
Strabag wird untertags kurz unter die 20-Euro-Marke gedrückt, kann dann aber doch bei 21,28 Euro schliessen. Die Analysten der Deutsche Bank haben das Kursziel für den Bautitel von über 38 auf 30 Euro gesenkt und erwarten einen anhaltend negativen Newsflow aus
Russland. Deripaska-Managerin Moldazhanova hat zu Wochenbeginn in
Wien bekräftigt, dass die Basel Gruppe von Deripaska grosser
Aktionär bei der Strabag bleiben will. Auf Nachfrage konkretisierte sie allerdings, dass dies nicht für jeden Preis, sondern für einen "vernünftigen" Preis gelte.
Intercell bricht um knapp 13% auf 22,6 Euro ein,
voestalpine gibt mehr als 11% auf 17,7 Euro ab. Hier haben die Analysten der UBS mit einem Sektorreport aufhorchen lassen. Sie erwarten nun doch einen stärkeren Rückgang der Stahlpreise als ursprünglich angenommen und reduzieren die Gewinnerwartungen und die Kursziele für europäische Stahlhersteller. Für voestalpine lautet die Empfehlung unverändert auf "Kauf", das Kursziel wandert allerdings von 60 auf 34 Euro.
Tiefere Kursziele setzt es auch für die
Aktie der
OMV von JP Morgan und Merrill Lynch (von letzterer Investmentbank bereits in der Vorwoche). Die RBS stuft die OMV-Aktie allerdings auf "Kauf" hoch, weil der Pessimismus der
Anleger übertrieben sei. Die OMV-Aktie schafft auch einen starken Intraday-Turnaround: Vomn Tief bei 24,68 Euro schafft es der Titel bis Handelsschluss wieder auf 28,08 Euro und ist somit der einzige ATX-Wert, der (wenn auch nur leicht) im Plus schliesst.
Starke Verluste müssen einmal mehr die
Aktien von
Immofinanz und
Immoeast hinnehmen: Beide Titel verlieren rund 20% - Immofinanz stürzt auf 1,9 Euro ab. Das entspricht auch fast dem neuen Kursziel, das Kempen für den Titel ausgegeben hat: Dieses lautet auf 1,95 Euro, die Empfehlung wurde auf
"Reduce" gesenkt. Für Immoeast wurde das
"Neutral" bestätigt, das Kursziel sank auf 2,3 Euro. Der Rücktritt von
CEO Petrikovics und die Ernennung des ehemaligen
AUA-Finanzchefs
Thomas Kleibl als Chef der beiden Immogesellschaften wird von Marktteilnehmern unterschiedlich gewertet. Während viele in Petrikovics' Abgang eine Bestätigung dafür erkennen, in welch schwieriger Situation die beiden Immos sind, sehen andere die Chance, dass die
Finanzierung nun auf eine solidere
Basis gestellt wird. Es ist allerdings noch nicht bekannt, wann Kleibl erste Schritte seiner Strategie bekanntgeben wird. (bs)