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Der Enten-Spruch des ersten EZB-Chefs Wim Duisenberg wurde Legende: "Es stimmt nicht, dass ich eine lahme Ente bin", hat er öffentlich proklamiert, gernervt ob der dauernden Vorwürfe, die EZB sei zu inaktiv, was ihre Zinspolitk betrifft.
Der Nachfolger des nie ins Fliegen gekommenen Holländers, der Franzose Jean- Claude Trichet, galt von Anbeginn an als Hardliner. Somit blieb die EZB wenig mobil in ihrer Zinspolitik. Das kehrt einmal mehr die Unterschiede in der Geldpolitik zwischen EZB und Fed hervor: Europa hat das Inflationsziel vor Augen, ihre US-Kollegen das Wirtschaftswachstum im Sinn. Das führt notgedrungen dazu, dass die US-Seite öfter handeln muss, weil Wirtschaftswachstum schneller adaptiert als Preise. In der Betrachtung von aussen könnten freilich beide als gescheitert dastehen. Das US-Notenbanksystem Fed ist hart an der Rezession vorbei geschrammt, in Europa wird die Teuerung nicht nur von den Konsumenten für zu hoch erachtet. Auch der sonst so zurückhaltende Ex- OeNB-Gouverneur Klaus Liebscher bezeichnete die Inflation als "inakzeptabel hoch". In den USA hat es schon Unkenrufe gegeben, wonach Alan Greenspan wieder ans Ruder gehen sollte. Eine typische US-Forderung - Greenspan ist 82 und drei Viertel Jahre alt. Für uns alle bleibt die Erkenntnis, dass die Notenbanken mit all ihrem Geld Entwicklungen nicht vorhersehen können. Dass sie sie aber auch kaum gegenzusteuern vermögen, eröffnet eine systemische Krise. Aus dem Börse Express vom 3. Oktober 2008 |