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29.10.2008
28.10.2008
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In den USA hat die Diskussion rund um die Frage, inwiefern die Bewertungsvorschriften Schuld an der aktuellen Misere tragen, hysterische Ausmasse erreicht. "Von der Kreditkrise über Milliardenabschreibungen bis hin zum Scheitern der New York Yankees, sich für die Playoffs zu qualifizieren, alles wird der Fair Value-Bewertung in die Schuhe geschoben", schildert ein US-Analyst.
Es wurde diskutiert, die mark-to-market Bewertung, also die Bewertung zu Marktpreisen, die in Zeiten wie diesen natürlich Schleuderpreise sein können, überhaupt auszusetzen. Nur, würde das helfen, dass der Markt nicht von früheren Sünden eingeholt wird? Würde das der Kreditkrise ein Ende setzen? Ziemlich sicher nicht, argumentieren zahlreiche Experten. Die US-Börseaufsicht hat nun Erläuterungen vorgenommen, wonach den Unternehmen mehr Spielräume eingeräumt werden und die Einschätzung des Managements stärker als Grundlage herangezogen werden kann. Das klingt für die Unternehmen zwar gut, das klingt aber auch nach grossem Ermessensspielraum. Genauere Interpretationen sind hier abzuwarten, nicht zuletzt weil sie über kurz oder lang auch in Europa Auswirkungen hätten. Prinzipiell geht es aber doch darum, dass Kreditgeber, Investoren etc. auf die Informationen in Bilanzen aufbauen. Diese sollten daher die wirtschaftliche Realität widerspiegeln, und nicht die vom Management präferierte Realität. Das Ganze hat eine "Kopf-in-den-Sand"-Mentalität, die schwerlich für eine Verringerung der Risikoprämien spräche. Aus dem Börse Express vom 1. Oktober 2008 |