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30.09.2008

Europas Krisenfeuerwehr - effizient oder langsam?

Von Bettina Schragl
 

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny beruhigt: Europa habe die Sache im Griff, die Europäer handelten zuletzt rasch und effektiv. Trotz jüngster milliardenschwerer Übernahmen und Staatsgarantien hält er ein Rettungspaket a la USA nicht für nötig, so Nowotny in einem Interview mit dem ORF Radio. Die Ablehnung des Rettungspakets durch den US-Kongress bezeichnete er als "wirtschaftlichen Wahnsinn", der in Vorwahlzeiten aber vorkommen könne.

Auf der anderen Seite des Atlantiks wird die Sache - zumindest von etlichen Marktteilnehmern - anders gesehen. In Europa haben Politik und andere Entscheidungsträger vergleichsweise langsam die Ernsthaftigkeit der Lage erkannt, heisst es etwa in einigen Analystenkommentaren. Bis zuletzt wurde ein öffentlicher Rettungsplan, wie ihn die Amerikaner nun geschnürt haben, nicht für notwendig gehalten. Bis zuletzt habe die Europäische Zentralbank dem Kampf gegen die Inflation Vorrang eingeräumt.

Obwohl das amerikanische Troubled Asset Relief Program (TARP, heute in vielen Kommentaren mit "trap", also Falle assoziiert) noch nicht in trockenen Tüchern ist, wird bereits gemutmasst, dass dessen positive Auswirkungen, sprich eine zumindest schrittweise Wiederherstellung des Vertrauens, durch eine Ausweitung der Krise in Europa neutralisiert werden könnten. Etliche europäische Staaten eilten in den letzten Tagen Banken zu Hilfe. Einen Plan für den Fall der Fälle gibt es aber nicht, merken die Skeptiker an.

Aus dem Börse Express vom 30. September 2008