Der isländische Staat übernimmt für 600 Mill.
Euro einen Anteil von 75 Prozent an der Glitnir Bank hf. Die Rettungsaktion für die drittgrößte Bank des Landes wurde notwendig, da sie die kurzfristige
Finanzierung nicht mehr sicherstellen konnte.
Damit ist Glitnir nach der belgischen Fortis SA, der britischen Hypothekenbank Bradford & Bingley Plc und der deutschen Hypo Real Estate
AG das vierte europäische Finanzinstitut in den vergangenen 24 Stunden, das nur noch durch staatliche
Hilfe gerettet werden konnte. Vorstandschef Larus Welding wird die Bank jedoch weiter führen, teilte die in Reykjavik ansässige Bank am Montag mit.
"Die Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten in den vergangenen zwei Wochen hatten unvorhergesehene Folgen, die die Bedingungen für die kurzfristige Finanzierung Glitnirs drastisch verändert haben", hieß es zur Begründung der Verstaatlichung. Dabei sind isländischen Institute besonders stark betroffen, da sie sich zu hohem Anteil am
Geldmarkt refinanzieren.
Noch am Freitag hatte Glitnir mitgeteilt, es gebe Verhandlungen mit Byr Savings Bank über eine mögliche Fusion der beiden Institute. Bei Glitnir beliefen sich die Einlagen zuletzt auf 35 Prozent der vergebenen Kredite, so wenig wie bei keiner anderen wichtigen isländischen Bank. Bei Landsbanki, dem zweitgrößten Kreditinstitut des Landes, lag die Quote Ende des ersten Quartals bei 66 Prozent.
Die isländische Krone fiel am Montag 4 Prozent auf 143,40 je Euro, die Kosten zur Absicherung gegen einen Zahlungsausfall des Staats stiegen 177,5 Basispunkte auf 527,5 Basispunkte.
(Bloomberg)