Österreicher halten sich im Sog der Krise mit Immobilieninvestments zurück. Wohnbaufinanzierungen gingen rund 30% zurück.
Auch die heimischen Bausparkassen leiden unter der US
-Subprimekrise und ihren Auswirkungen. Die Österreicher sind seit Ausbruch der Krise vorsichtiger geworden, halten sich generell mit Immobilieninvestments mehr zurück. Auch wenn die Bausparkassen in der aktuellen Hochzinsphase mit ihren garantierten Zinsobergrenzen von 6 Prozent punkten können, im Sog von
Subprime-Krise und Teuerung überlegen sich die Österreicher noch mehr als sonst, ob sie sich das Traumhaus überhaupt leisten können.
"Am Immobilienmarkt ist in der Nachfrage eine Beruhigung eingetreten - weniger Kunden kaufen
Immobilien", konstatierte Josef Schmidinger, Generaldirektor der s Bausparkasse, im Gespräch mit der APA. Die Wohnbaufinanzierungen der Sparkassen seien um 25 bis 30% zurückgegangen. "Dadurch wird der Finanzierungsrekord bei uns heuer nicht erreicht", so der s Bausparkassen-Chef.
Finanzierungsleistungen rückläufig
Ähnliche Ankündigungen machte Mitbewerber
Raiffeisen vergangenen Freitag. Raiffeisen Bausparkasse-Generaldirektor Erich Rainbacher rechnet heuer mit knapp 1 Mrd.
Euro Finanzierungsleistungen - nach 1,139 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Österreicher agieren bei Investitionen zunehmend vorsichtig, merkte er mit Verweis auf den gestiegenen
Baukostenindex und gestiegene Kreditzinsen an. Dennoch glaubt Rainbacher, dass noch weiteres Potenzial vorhanden sei. Denn Erhebungen zufolge seien nur 6% der Raiffeisenkunden nicht in der Lage, einen Bausparvertrag zu besparen. Für das Gesamtjahr rechnet der Generaldirektor mit 310.000 neuen Verträgen (nach 308.000).
Flaute beim Bausparen
Die Kunden halten sich laut Schmidinger nicht nur beim Erwerb neuer Immobilien zurück, sondern ziehen auch beim Bausparen die Handbremse an: "Wir Bausparkassen hatten heuer im ersten Halbjahr um 500 Mio. Euro weniger Einlagen", bedauert er gegenüber der APA. Dennoch seien die vier Bausparkassen bei der Deckung der vergebenen Kredite noch im Plus. Ende Juni lagen demnach die Einlagen der österreichweit 6,2 Millionen Bausparer mit 16,994 Mrd. Euro um fast 1 Mrd. Euro über den Ausleihungen (15,998 Mrd.).
Aus dem
Börse Express vom 23. September 2008