"Valerie" von Amy Winehouse kann locker in einem Atemzug mit "Knockin' On Heaven's Door" von Guns N' Roses genannt werden. Insoferne, als dass beide Interpreten mit beiden Songs einen Welthit landeten. Der Welthit aber gar nicht von ihnen stammt. Sondern von einem anderen, dem damit in der Originalversion ungleich weniger Erfolg beschienen war. Im Falle von "Knockin' On Heaven's Door" musste Bob Dylan wieder mal feststellen, dass er ein fantastischer Songwriter ist, aber eben nicht alle Songs fantastisch zu transportieren vermag. Und Valerie, Valerie wurde, bevor Amy die Musikwelt danach süchtig machte, von Songwriter, Gitarrist und Sänger Dave McCabe für das zweite Zutons-Album geschrieben.
"Im Moment kennen uns alle nur als die Band mit 'Valerie'", kränkt sich Sean Payne, der Schlagzeuger der Liverpooler, schon fast über den verspäteten Ruhm im Fahrwasser der grossen Winehouse. Und will damit wohl sagen: "Was ist mit unseren anderen grossartigen Songs, wieso habt ihr die noch nicht für euch entdeckt. War das rockig-soulige 'Why Wont You Give Me Your Love' nicht auch für den Durchbruch gut", mag er sich fragen. Sagen tut er es nicht, genauso nicht wie den Satz: "Muss erst eine Coverversion eines anderen unsere Band bekannt machen?"
Indes, die andere Seite der Medaille glänzt für den kleinen Trommelwirbler McCabe wohl dafür viel mehr. Dank Amys grünem Daumen für songliche Recyclingagenden kommt dem neuen, wieder 1a-Zutons-Album "You Can Do Anything" (laut Eigenbekunden bespickt mit "Future Retro Rock-Songs") endlich jene Aufmerksamkeit zu, die sich schon die ersten beiden grossartigen Indie-Rock-Alben verdient gehabt hätten. (hd)