DJ Glos erwägt Aufbau einer nationalen Erdgasreserve - FAZ
FRANKFURT (
Dow Jones)--Die Bundesregierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Aufbau einer nationalen Erdgasreserve, um im Falle von Lieferunterbrechungen die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wolle entsprechende Vorschläge prüfen. "Der Konflikt in Georgien zeigt, dass wir uns auch beim Gas nicht noch stärker einseitig abhängig machen dürfen", sagte Glos der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ - Freitagausgabe).
In einer Vorlage seines Hauses wird kritisiert, dass es "trotz der hohen Abhängigkeiten von Gasimporten" bisher "keine dem Ölbevorratungssystem vergleichbare staatliche Krisenvorsorge gibt". Kosten und Nutzen einer staatlich veranlassten Gasbevorratung müssten analysiert werden, "insbesondere deren Auswirkungen auf die Verbraucherpreise," heißt es in dem Ministeriumspapier.
Der Außenhandelsverband für Mineralöl und
Energie (AFME) kalkuliert die jährlichen Zusatzkosten bei eine als notwendig erachteten Verdoppelung der Speicher auf 2 Mrd EUR. "Die Erhöhung des Gaspreises würde etwa 0,18 Cent je Kilowattstunde betragen", sagte AFME-Präsident Hellmuth Weisser der "FAZ". Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden in einem Durchschnittshaushalt wären das 40 EUR jährliche Mehrkosten.
Die Gaskonzerne halten jedoch wenig davon: "Wir brauchen in Deutschland keine staatlich kontrollierte strategische Erdgasreserve wie beim Mineralöl", sagte eine E.ON-Ruhrgas-Sprecherin der Zeitung. Die Verbraucher könnten sich auf die Lieferungen verlassen. "Eine strategische Erdgasreserve würde das Erdgas weiter verteuern, die Verbraucher unnötig belasten und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher
Unternehmen einschränken."
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August 28, 2008 12:29 ET (16:29 GMT)
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