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28.08.2008

AUA profitiert von SkyEurope-Problemen

Von Bettina Schragl
 

SkyEurope muss eher früher als später eine Kapitalerhöhung durchführen. Ansonst ist es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen für 2008 noch eine Bilanz zusammenbringt.

Seit heuer sind die Quartalsberichte regelmässig mit dem Zusatz versehen, dass es zum jeweiligen Stichtag "wesentliche Bedenken" hinsichtlich des Going Concerns, also der Fortführung, des Unternehmens gibt. Das ist ein zentrales Prinzip der Bilanzierung und unter anderem wichtig für den Ansatz der Vermögensgegenstände. Diese würden ansonst mit Liquidationswerten angesetzt, die deutlich von den aktuellen Werten abweichen können.

SkyEurope-Boss Jason Bitter zufolge ist man bezüglich Kapitalerhöhung in fortgeschrittenen Gesprächen - u.a. mit den beiden Grossaktionären. Angesichts des aktuell unter dem Nennwert liegenden Aktienkurses muss sich Sky aber auch hier etwas einfallen lassen. Strategisch geht der Low Cost Carrier mittlerweile den Weg, der in der Krise der Branche der einzig vernünftige ist: Netz ausdünnen, Preise erhöhen.

Emotionslos betrachtet, eines ist klar: Je schlechter es SkyEurope geht, desto besser ist es für die AUA. Analysten wurden zuletzt nicht müde darauf hinzuweisen, dass der slowakische Billigflieger der AUA mittlerweile ordentlich Konkurrenz macht. Gäbe es eine SkyEurope nicht mehr, würden zwar andere Airlines auf diesen Platz drängen. Für die AUA wäre es aber zumindest kurzfristig positiv. Der Umstand, dass der Low Cost Carrier die Ticketpreise weiter anhebt (auch wenn diese dann noch immer "signifikant" unter dem AUA-Niveau liegen sollen), kommt der AUA aber auch schon Mal zugute. Denn ein Weg, den Airlines mit Cash Flow-Problemen beschreiten können, ist die Ankurbelung der Voraus-Buchungen durch stark vergünstigte Aktionen. Und damit bringt man die Konkurrenz, der es ohnehin auch nicht gut geht, weiter unter Druck.


Aus dem Börse Express vom 28. August 2008