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27.08.2008

Post und Gewerkschaft geraten sich wegen Feibra in die Haare

Post-Chef kann sich Feibra als Billiganbieter für Postzustellung vorstellen - Gewerkschaft kritisiert das
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Wais Jettmar Götz Hitziger Michaelis




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Die Post wappnet sich für den neuen Wettbewerb, der mit der Voll-Liberalisierung 2011 eintritt. Auch der Ex-Monopolist will spätestens dann jedenfalls das Recht haben, seine Preise regional zu differenzieren. "Die Post muss im Markt mitspielen können", sagten Post-Chef Anton Wais (im Bild) und Paket-Vorstand Carl-Gerold Mende in Alpbach. Bei Bedarf könnte dann auch die Werbemittelzustelltochter Feibra als Billiganbieter in die normale Postzustellung eintreten.

"Der Universaldienst wird immer existieren, muss aber neu definiert werden", meint der Vorstand. Die Post ist damit bundesweit zur Versorgung zu "every day every door" verpflichtet, und derzeit auch zu gleichen Briefportopreisen, egal wohin die Sendung im Lande geht. Gegenwärtig kostet das Briefporto österreichweit 55 Cent. Es wird erwartet, dass Mitbewerber in den Ballungsgebieten viel billiger eindringen, die Rede ist von 35 Cent, auf die man sich offenbar auch in der Post selber einzustellen beginnt.

Eine Möglichkeit für eine flexiblere Preisgestaltung und damit regionale Verbilligungen wäre die Tochter Feibra. Der Werbemittelzusteller ist zuletzt schon vom reinen, nicht adressierten Prospektzustellen abgerückt und hat in Wien die Herold-Telefonbücher zugestellt. "Ohne Aufschrei der Gewerkschaft", wie Wais vermerkte.

Dabei bleibt es aber nicht. Denn Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz meldet sich ebenfalls am Mittwoch zu diesem Thema zu Wort und kritisiert dementsprechende Überlegungen des Vorstands scharf. Fritz sprach am Mittwoch gegenüber der APA von einer "total verfehlten Strategie".

Nur immer Kostenschnitte setzen zu wollen, sei zu wenig. Fritz vermisst beim Post-Vorstand eine Wachstumsstrategie. In den jetzigen Überlegungen im Lichte der künftigen Konkurrenz sieht er nur eine Defensivstrategie.

Fritz wirft der Feibra vor, mit "prekären Beschäftigungsverhältnissen" bzw. "halblegalen" Methoden zu arbeiten. Die Post, wo ein Briefzusteller im Schnitt ohnedies nur 1.500 Euro brutto verdiene, werde nie mithalten können mit Werkvertragsmodellen wie sie die Werbemittelzusteller praktzierten, bzw. mit dort üblichen Gagen von 50 Euro am Tag und der Pflicht, sich selber zu versichern.
(APA/red)

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