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09.11.2008
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Der geplante Verkauf - gerade jetzt und sofort - der AUA hat auch Böhler-Chef und voestalpine-Vorstand Claus Raidl auf den Plan gerufen. Der Neo-Nationalbank-Präsident bleibt seiner Rolle als Wirtschaftspolitisierer treu und verdammt das momentane Vorgehen rund um die AUA.
Dabei schlägt Raidl mit der Keule drein, ohne dass eine durchgängige wirtschaftspolitische Ausrichtung hinter seinen Aussagen erkennbar wäre. Zum einen begrüsst Raidl, dass sich der Staat aus Bereichen wie etwa Post, Telekom oder Energie zurück gezogen habe und sich dort im Wesentlichen auf die Position des Regulators beschränke. Das ist allerdings nicht immer optimal, weil gerade die volkswirtschaftlichen Kernbereiche für das Funktionieren eines Staates wie etwa Energie nicht unbedingt zur Gänze privatisiert werden müssen, wie sich an manchen Zuständen in den USA zeigt. Für Irritation könnte auch sorgen, dass Raidl zugleich "linke Bewegungen" in der Wirtschaft im Vormarsch ortet und Regulierungen für die Finanzmärkte fordert. Das wirft zwei Fragen auf: 1. Wieviele Gesichter hat Claus Raidl? und 2. Geziemt es sich tatsächlich für einen designierten Notenbankchef, eine Keule zu schwingen oder wäre da nicht ein behutsameres Werkzeug angebracht, ja sogar geboten? Schliesslich hört einem Notenbankchef ja Gott und die Welt zu, egal was dieser sagt. Der erste EZB-Chef Wim Duisenberg wurde sogar mit der Aussage zitiert: "Es ist nicht richtig, dass ich eine lahme Ente bin"... Aus dem Börse Express vom 27. August 2008 |