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22.08.2008
AUA - Kapitalerhöhung mit UnterhaltungswertVon Bettina Schragl
Die am Montag startende Kapitalerhöhung der AUA hat zwar für einen Aussenstehenden Unterhaltungswert, erschwert den angelaufenen Privatisierungsdeal aber weiter.
Die Airline hat in der Hauptversammlung am 7. Mai eine Kapitalerhöhung für den Einstieg von Investor Al-Jaber beschlossen. Der wollte zu diesem Zeitpunkt zwar nicht mehr einsteigen, der Beschluss wurde aber dennoch durchgeboxt. Jetzt muss der AUA-Vorstand diesen umsetzen, um vertragstreu zu bleiben und sich damit Ansprüche sichern zu können. Zum Preis von 7,10 Euro (bzw. für Privatanleger 4,89 Euro für die ersten 1000 Stück) wird natürlich niemand zeichnen, nach Ablauf der Bezugsfrist werden Al Jaber so viele Aktien zugeteilt, dass er auf 20% an der Airline kommt. Dass dieser die Aktien nicht will, hat er mehrfach deponiert. Folglich wird der Rechtsstreit um ein weiteres Detail erweitert, die AUA trägt zudem eine Kapitalerhöhung mit sich herum, die sie nicht eintragen lassen kann. Für eine Lufthansa oder jede andere Airline, die bis Sonntag ihr Interesse im Privatisierungsprozess der AUA deponiert, heisst das, dass sie sich nicht nur mit einer österreichischen Sperrminorität anfreunden muss, sondern zudem die Unsicherheit mitkauft, ob nicht Al Jaber - der Rechtsstreit wird sicher Monate, wenn nicht länger, dauern - nicht doch irgendwann 20% zugesprochen werden. Von Preismaximierung im Sinne des Verkäufers ÖIAG kann da wirklich keine Rede sein. Aus dem Börse Express vom 22. August 2008 |