Die
Aktie von
bwin setzt nach Präsentation der Quartalszahlen am Donnerstag den Abwärtstrend fort. Der Anbieter von Internet-Wetten kann mit einem guten Wachstum der Brutto-Gaming-Erträge punkten, Analysten stossen sich aber teilweise an den nach wie vor hohen Kosten. "bwin kämpft nach wie vor mit dem Kostenthema. Das gute Umsatzwachstum wurde von steigenden Kosten aufgefressen", kommentiert Sal. Oppenheim-Analystin Christine Reitsamer. Die Marketingausgaben haben sich auf Jahressicht um 44% erhöht, die Personalkosten sind um 40% gestiegen.
"Die
Euro 2008 spiegelt sich in der Kostenentwicklung klar wider", erklärt Co-
CEO Norbert Teufelberger (im Bild). "Wie angekündigt, haben wir weiter investiert." So wurden rund 36% des Bruttospielertrages für Marketing ausgegeben. Auf Jahressicht sollte sich das aber wieder bei 30% einpendeln. bwin sei damit aber bereits in 24 Märkten aktiv, unterstreicht er.
Stichtag 9. September
Zum regulatorischen Umfeld sagt Teufelberger: "Alle warten auf die Schlussanträge des Generalanwaltes im EuGH-Verfahren Portugal gegen bwin, mit einer Entscheidung des EuGH wird Anfang 2009 gerechnet". Die weitere Entwicklung in Deutschland werde auch von den Entscheidungen des EuGH abhängen, die dieses Mal, so hofft bwin, hoffentlich "deutlicher" ausfallen als bisher. Regulierungsbestrebungen beobachtet er in Frankreich, Spanien und Tschechien.
Ende November will das
Unternehmen den Anlegern einen besseren Einblick gegeben und eine detailliertere Guidance - wie es auch die Konkurrenz tut - geben. Zum heutigen Zeitpunkt fühle sich bwin mit den Konsensus-Schätzungen der Analysten zum Brutto-Gaming-Ertrag (430 Mio. Euro für 2008, 466 Mio. Euro für 2009 und 510 Mio. Euro für 2010) sowie zum bereinigten
EBITDA (76Mio./97Mio./113 Mio. Euro) jedenfalls sehr wohl. Ein Kommentar zum laufenden Geschäft sei derzeit schwierig, so Teufelberger. Gerade für die Sportwette seien die letzten sechs Wochen im dritten Quartal ausschlaggebend. (bs)
Aus dem
Börse Express vom 21. August 2008