In Afrika steht eine der größten Aktienplatzierungen bisher an. Das Kreditinstitut Ecobank Transnational Inc. will Aktien im Wert von 2,5 Mrd. Dollar platzieren. Das Emissionsvolumen ist das bisher größte in der Region südlich der Sahara außerhalb Südafrikas. Mit dem Erlös sollen neue Filialen und die weitere Expansion in Länder, in denen die Bank bisher nicht aktiv ist, finanziert werden.
Die Aktien sollen gleichzeitig an den Börsen von Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste platziert werden. Im Rahmen der Platzierung können Altaktionäre über ein Bezugsrechtsangebot insgesamt 3,76 Milliarden Aktien zeichnen. Die Altaktionäre können für je neun Aktien fünf neue zum Stückpreis von 27 Cent erwerben. Weitere 5,12 Milliarden Aktien werden zu je 29 Cent über die
Börse angeboten. Die
Zeichnungsfrist beginnt am 25. August.
Ecobank mit Sitz in der Hauptstadt von Togo, Lomé, verfügt über Tochtergesellschaften in 25 afrikanischen Ländern von Malawi bis zum Tschad. Mit der Expansion und einer Modernisierung ihrer Computersysteme will die Bank eine angesichts des kräftigen Wirtschaftswachstums in der Region steigende Nachfrage nach Bankdienstleistungen nutzen. Die Weltbank prognostiziert für die 44 afrikanischen Länder südlich der Sahara im nächsten Jahr ein Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent. Dieser Wert läge erstmals seit sieben Jahren über dem Durchschnitt der Schwellenländer.
Außerdem will die Ecobank bei Investmentbanking- Transaktionen aus London, Paris, Dubai oder Beijing mitwirken, deren Zahl aufgrund der Nachfrage nach Rohstoffen gestiegen ist. Während in den Industrieländern eine Rekordzahl von Börsengängen abgesagt wird, boomen die IPOs in Nigeria, in Kenia und Sambia. Im Juni nahm die im kenianischen Nairobi beheimatete Safaricom mindestens 800 Mill. Dollar mit ihrem
IPO ein. Die
Emission war dreifach überzeichnet.
Die Aussichten für die Ecobank seien "solide", vorausgesetzt die Bank übernehme sich bei ihrer Expansion nicht, sagte Fondsmanager Roelof Horne vom Investec Pan-Africa Fund. Laut Horne ist das Geschäft der Bank stärker diversifiziert als das der in Johannesburg ansässigen Standard Bank Group Ltd. Standard ist das größte afrikanische Kreditinstitut nach Bilanzsumme und erzielt mehr als 60 Prozent des Gewinns in Südafrika.
Seit 2006 hat die Ecobank annähernd 200 neue Filialen eröffnet und kommt damit auf über 500 Geschäftsstellen in Afrika. Sie beschäftigt mehr als 8000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr konnte das Kreditinstitut seine Bilanzsumme auf 6,55 Mrd. Dollar annähernd verdoppeln. Die Einlagen stiegen von 2,5 Mrd. Dollar Ende 2006 auf 4,71 Mrd. Dollar.
(Bloomberg)