Die
Telekom Austria hat ein durchwachsenes erstes Halbjahr 2008 mit einem Minus von 4,9 Prozent und einem Plus von 7,7 Prozent. Während der Mobilfunksektor weiterhin boomt, dauern die Probleme im Festnetz an.
Starke Erfolge im Mobilfunk
Die Mobilfunktöchter der Telekom haben mittlerweile 16,5 Mio. Kunden, ein Plus gegenüber dem Sommer des Vorjahres von 52,5 Prozent. Wobei sowohl am Heimmarkt wie auch in den zahlreichen Auslandsniederlassungen (Slowenien, Kroatien, Serbien, Kosovo, Mazedonien, Bulgarien und Weißrussland) das Geschäft boomte. "Wir haben einen zweistelligen Prozentzuwachs in allen bestehenden Märkten", so Nemsic. Wobei die internationalen Gesellschaften 50 Prozent des Umsatzes beigetragen hätten.
In Österreich verzeichnet der Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria inzwischen einen Marktanteil von 42,5 Prozent nach 39,6 Prozent Ende des 1. Halbjahres 2007. Damit stieg die Kundenanzahl um 13,1 Prozent auf 4,3 Mio. Kunden, rechnete Nemsic vor. Bei den mobilen Breitbandkunden wurden in dem jungen Markt 115.000 Nutzer gewonnen, wodurch nun 325.000 Breitbandkarten in Österreich auf die Mobilkom entfallen. "Die Mobilkom hat besser performed, als in diesem verrückten Markt zu erwarten war", betonte Nemsic. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet er für den gesamten Mobilfunksektor ein Umsatzwachstum von rund 10 Prozent, das Ergebnis vor
Zinsen,
Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde ebenfalls um diesen Prozentsatz ansteigen.
Die bulgarische Mobiltel steigerte die Kundenzahl um 13,2 Prozent auf 5,2 Mio. Kunden, die weißrussische Velcom legte um 200.000 Kunden auf 3,4 Millionen zu. Die kroatische Vipnet boomte nahezu mit einem Plus von 12,7 Prozent auf 2,3 Mio. Kunden. Die slowenische Si.mobil wiederum kam auf ein Kundenplus von 15,4 Prozent (534.700 Nutzer). Die serbische Vip mobile legte um gut 60.000 Kunden auf 666.600 zu. Die mazedonische Vip operator steigerte die Kundenbasis von 163.300 auf 209.200.
Festnetz bereitet grosse Sorgen
Gänzlich anders sieht die Situation im Festnetzbereich aus. Das
Betriebsergebnis brach in diesem Sektor im 1. Halbjahr 2008 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 47 Prozent auf 53,2 Mio.
Euro ein, während der
Umsatz zumindest stabil gehalten werden konnte. Das Ebitda gab um 18,2 Prozent auf 312,6 Mio. Euro nach.
Die Probleme im Festnetz dauern seit langem an, im heurigen Sommer hatte Festnetz-Chef Rudolf Fischer seinen Rücktritt mit 31. August 2008 angekündigt. Seinen Job wird vorläufig Nemsic übernehmen. Als Problem gilt nicht nur die Konkurrenz durch den Mobilfunk, der teilweise durch die Mobilkom Austria abgefedert wird, sondern auch ein angeblicher Personalüberhang bei beamteten Mitarbeitern. Daher soll ein Teil der 9.600 Festnetz-Bediensteten der rund 17.000 konzernweiten Mitarbeiter in eine Arbeitsagentur der staatlichen ÖIAG ausgelagert werden. Dagegen gibt es aber massiven Widerstand aus der Gewerkschaft, auf politischer Ebene ist eine Entscheidung durch die bevorstehende Neuwahl blockiert. Heuer wurden im Festnetzbereich 300 Jobs abgebaut - ausschließlich durch natürliche Fluktation, so die Telekom.
Internet wird für Konsumenten teurer
Wie heute bekannt wurde, hat die Telekom die Internettarife teilweise verteuert und die Mahngebühren deftig angehoben. Mitgeteilt wurde dies auf der Rückseite der Juli-Rechnung. Konkret hebt die TA ab 1. September die Tarife für sämtliche Internet-Einwahlprodukte (AonFlash) an. So kostet das Internet-Einstiegsprodukt "AonFlash10" inkl. zehn Stunden Surfen im Internet monatlich 10,90 Euro statt bisher 7,90 Euro. Der Online-Tarif für das Surfen im Internet wird tagsüber von 2,60 Cent auf 3 Cent pro Minute und abends von 1,40 auf 2,10 Cent pro Minute angehoben. Die Kosten für die erste Mahnung werden von derzeit 4,36 Euro auf 10 Euro hinaufgesetzt. Ein Zahlungsverzug liegt dann vor, wenn der Rechnungsbetrag am Fälligkeitstag noch nicht auf dem Telekom-Konto eingelangt ist. Für jede weitere Mahnung verlangt die Telekom von den säumigen Zahlern künftig 16 statt bisher 10,90 Euro.