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19.08.2008

Zykliker sind auf dem Scheideweg

Von Peter Nestler
 

In den folgenden Monaten wird es bei den Zyklikern die eine oder andere Überraschung geben. Und fast erinnert es an eine alte Investmentweisheit: Wer nicht zur rechten Zeit vorsorgt, wird enttäuscht werden. Das trifft auch für die Managements einer Reihe von Unternehmen zu, von denen wir bislang noch zuversichtliche Ausblicke gehört haben. Immerhin: Wienerberger ist als einer der ersten in den kalten Teich gesprungen und hat eine Gewinnwarnung in den Markt geschossen, die wohl auch den einen oder anderen Analysten aufgeweckt haben dürfte. Oder hatte tatsächlich jemand damit gerechnet, dass explodierende Rohstoff- und Energiekosten nie ihre Spuren in Bilanzen hinterlassen würden? Der Ziegelweltmarktführer bewies Weitblick, denn nun folgt als Zuckerl schon wieder eine positive Überraschung für den Markt. Der Aktie wird das im aktuellen Umfeld wenig helfen, für das Management ist es ein wichtiger Baustein zur Wiedererlangung voller Glaubwürdigkeit. Die Zykliker befinden sich nun auf dem Scheideweg: Auf der operativen Ebene ist dem Kostendruck aus gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten einerseits und dem starken Euro andererseits nicht mehr beizubekommen. Da müssen Preiserhöhungen her, die aber erst durchgesetzt werden müssen. Inzwischen könnte es helfen, den Ausblick für 2008 einmal sanft entschlafen zu lassen, wie das heute Mayr-Melnhof getan hat. Auch das verhilft nämlich zu Glaubwürdigkeit.