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08.08.2008
Musterschüler haben's auch nicht leichtVon Bettina Schragl
Man könnte zwar annehmen, dass in Zeiten, in denen Banken weltweit drastische Gewinneinbrüche vermelden und frisches Kapital aufnehmen müssen, Musterschüler der Branche besonders belohnt werden. Dem ist aber nicht so.
Der Vorstand von Raiffeisen International, der am Donnerstag ein starkes Gewinnplus präsentieren und die Erwartungen deutlich übertreffen konnte, sah sich zahlreichen kritischen Analystenfragen gegenüber, die auf eine (leicht) höher als erwartete Loan-to-Deposit-Ratio (Verhältnis von Ausleihungen zu Einlagen und damit eine Kennzahl für die interne Refinanzierungskraft der Bank) oder eine mögliche Verschlechterung der Kreditqualität in den osteuropäischen Ländern abstellten. Da wird der auf Sicht der vergangenen drei Monate leichte Anstieg der als notleidend qualifizierten Kredite hinterfragt, als ob man daraus gleich eine systematische Verschlechterung ableiten wollte. Gleichzeitig müssen die Bankmanager aber erklären, warum sie denn nicht die Guidance für den Gewinn anheben. Denn das Festhalten an der aktuellen Prognose sei ziemlich konservativ. Es heisst ja, dass die aktuellen Zeiten sowohl für die Airlinebranche als auch für die Banken zu den bislang schlimmsten Krisen zählen. Erhöhten Erklärungsbedarf haben aber anscheinend nicht nur jene Institute, die Milliarden in den Sand setzen, sondern auch jene, die sagen, wir haben die Auswirkungen der Krise im Griff und verdienen weiterhin gut. Aus dem Börse Express vom 8. August 2008 |