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06.08.2008

Richtig kalibrieren

Von Peter R. Nestler
 

Vorsicht gilt ja gemein hin als die Mutter der Porzellankiste. Und natürlich lehnen sich Firmenchefs von börsenotierten Unternehmen nicht gerne weit aus dem Fenster, wenn es um die Vorhersage von Ergebnissen geht, weil dann jeglicher Puffer für Enttäuschungen weg ist, falls einmal etwas schief geht.

Auch der Frauenthal-Vorstand sagt eigentlich wenig über die Erwartung fürs Ergebnis im Gesamtjahr 2008. Aber die Herren in Wien hatten auch bereits negative Beispiele vor sich, wie man es nicht macht. Lange zuwarten, bis dann eine Gewinnwarnung herausgeschoben werden muss, kommt am Kapitalmarkt gar nicht gut an. Also geht es momentan offenbar darum, die richtige Kalibrierung zu finden.

Wieviel sagen? Wann? Gerade in Zeiten sich verflachender Konjunkturtrends stehen viele Vorstände da nicht vor einer leichten Aufgabe. Zulieferer wie Frauenthal haben es da zugleich leichter und schwieriger, denn sie werden von den konjunkturellen Wellen nicht direkt getroffen, da sie quasi vorgelagerte Industrien haben: Fahrzeugindustrie, Bauwirtschaft, etc.

Da liegt zugleich auch der Hund begraben, denn dass es den Automobilisten nicht gut geht, wissen schon alle. Die Bauwirtschaft steht auch nicht all zu gut da. Also bedarf es strategischer Schärfung im Unternehmenskonzept. Und das versucht Frauenthal gerade. Wenn entsprechende Perspektiven aufgezeigt werden können, steht Frauenthal auf einer "g'mahten Wies'n".

Wenn nicht, dann entsteht ab 2009 Erklärungbedarf.

Aus dem Börse Express vom 6. August 2008