aktiencheck.de/Trendwende sorgt für Neuengagements
DJ aktiencheck.de/Trendwende sorgt für Neuengagements
23. Juli 2008. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Erholungsrallye bei DAX® und DJ Euro Stoxx 50 sorgt für steigende Volumen im Handel mit Hebelprodukten und Zertifikaten. "Obwohl der Markt leicht überkaufte Tendenzen aufweist, sind alle bisherigen Versuche, eine Konsolidierung durch Gewinnmitnahmen einzuleiten, gescheitert. Als Folge setzen die meisten Investoren auf weiter steigende Kurse. Längerfristig orientierte Anleger stehen der aktuellen Entwicklung aber deutlich kritischer gegenüber", berichtet der zuständige Skontroführer der BaaderBank. Bei Index-Zertifikaten auf den DAX (WKNs 709335 und 702979) werden Käufe favorisiert. Kurzfristige orientierte Investoren glauben an eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung und kaufen einen DAX-Call (WKN CG61WH), während sie einen bearishen Knock-out-Schein (WKN AA02VA) auf den deutschen Leitindex verkaufen. Abgaben verzeichnet der zuständige Händler auch bei Put-Optionsscheinen auf den TecDAX® (WKNs CB6MHM und CB6MHL). Gesucht sind außerdem Call-Optionsscheine auf den Nasdaq 100 (WKN SG3Q5X).
Reverse- und Discount-Zertifikate auf Indizes gefragt
Ein sehr uneinheitliches Bild ergibt sich nach Auskunft der Händler von der BaaderBank bei der Positionierung in Zertifikaten auf die großen Indizes. Mittelfristig orientierte Investoren bevorzugen vor allem Discount-Zertifikate auf den DJ Euro Stoxx 50 (WKN DB2AMV) sowie auf den DAX (WKN DB0HRF). "Diese Anleger gehen scheinbar davon aus, dass sich die eingeleitete Erholung kurzfristig fortsetzen wird und wählen deshalb auch relativ kurzfristige Laufzeiten von September bis Dezember", meint ein Händler.
Längerfristig orientierte Investoren nutzen den Kursanstieg zum Kauf von reversen Zertifikaten auf den DAX. Diese Produkte sind ein alternatives Instrument zu Put-Optionsscheinen. Ein reverses Zertifikat hat aber keinen Hebel und wird weder von einer sinkenden Volatilität noch von einem Zeitwertverlust negativ beeinflusst. Der Käufer profitiert im Verhältnis eins zu eins an fallenden Kursen. "Diese kleinere Gruppe geht davon aus, dass die Aufwärtsbewegung in den Indizes nur von kurzer Dauer ist und der Abwärtstrend der vergangenen Wochen bald wieder aufgenommen wird", erklärt ein Händler. Auf den Kauflisten der Anleger befinden sich Zertifikate der Deutschen Bank (WKNs DB3BTYund DB3BTV).
Optimismus für Solarwerte kehrt zurück
Ein größerer Anstieg des Umsatzvolumens ist in Zertifikaten auf Solarwerte zu beobachten. Eine fundamentale Begründung kann Anja-Katharina Bohlen, Analystin bei der LBBW, dahinter aber nicht erkennen. "Die Branche befindet sich zurzeit in einer Übergangs- und Unsicherheitsphase. Während das Auftragsvolumen im größten Absatzmarkt Deutschland stagniert, droht im zweitgrößten Markt Spanien das Wegbrechen von Subventionen. Eine endgültige Entscheidung hierzu wird es aber nicht vor 2009 geben." Zudem werde es in den nächsten drei Jahren ein Überangebot an Siliziumprodukten geben, da die Produktionskapazitäten massiv ausgebaut wurden. "Auf der anderen Seite sind die Kurse in den vergangenen Wochen so stark gefallen, dass positive Überraschungen bei den Quartalsberichten durchaus eine stärkere Erholung auslösen könnten. Außerdem hat die Übernahme des TecDAX-Wertes Ersol durch Bosch gezeigt, dass es genügend Übernahmefantasie in dem Sektor gibt", weiß Bohlen.
Investoren sind für die Branche positiv gestimmt und nehmen Discount-Zertifikate auf Q-Cells (WKN CB564A) und Solon (WKN CB5BAH) in ihre Depots.
Anleger setzen auf Kurserholung bei Allianz
Die starke Kursrückerholung bei der Allianz-Aktie zieht das Interesse nach Teilschutzstrukturen in dieser Aktie auf sich. "Investoren gehen davon aus, dass der Versicherer sich mittelfristig ganz von der Dresdner Bank trennen wird. Der Zeitpunkt des Verkaufs scheint näher zu rücken. Deshalb positionieren sich Anleger in der Erwartung steigender Kurse", erklärt der zuständige Händler. Gekauft wird ein Bonus-Zertifikat (WKN DB0JUJ) deren Sicherheitsschwelle bei 100,81 Euro liegt und das noch bis Juni 2010 läuft. Andere Investoren fragen ein Discount-Zertifikat (WKN CZ6357) mit einem Cap bei 100 Euro und einer Laufzeit bis Dezember 2008 nach. Kurzfristig orientierte Investoren legen sich Call-Optionsscheine (WKN CB7NDN und DB234J) in ihr Depot.
Gold- und Minenderivate werden abgegeben
Deutliche Kursverluste beim Goldpreis veranlassen etliche Investoren, sich von ihren Positionen in Zertifikaten auf Gold zu trennen. Sie verkaufen ein währungsgesichertes Open-End-Zertifikat auf den Spotpreis (WKN A0AB84). Auch ein Papier, das an einen Minen-Fonds gekoppelt ist (WKN GS0J02), wird aus den Depots genommen. Der zugrunde liegende Fonds, der AMEX Gold Bugs, enthält die Goldminenaktien der weltweit größten Unternehmen. Den vorangegangenen Anstieg des Goldpreises hat das Zertifikat nur unterdurchschnittlich nachvollzogen.