Der massive Preisverfall kurbelt das PC-Geschäft an: Im zweiten Quartal 2008 wurden weltweit um 16 Prozent mehr Geräte verkauft gegenüber dem Vorjahr. Ein Wachstumsplus von mehr als 23 Prozent wurde sogar in Europa verzeichnet
(Wien, 18.7.2008) Der private Konsum ist aufgrund der Rezessionsängste insgesamt rückläufig. Nicht betroffen davon ist der PC-Markt, der im zweiten Quartal wieder massiv zugelegen konnte. Weltweit wurden im Zeitraum von April bis Juni 2008 rund 71,9 Millionen PCs (inklusive Notebook-PCs) verkauft, berichtet das Marktforschungsinstitut Gartner. Das sind um satte 16 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr.
Fünf Sieger unter den Top-5
Der US-Weltmarktführer Hewlett-Packard (HP) blieb auch im zweiten Quartal weiterhin Marktführer mit 18,1 Prozent. Die Wachstumsrate des Unternehmens liegt bei 17,1 Prozent. Auch der härtese Widersacher, US-Computerbauer Dell, verzeichnete mit 21,0 Prozent ein ordentliches Plus. Dells Weltmarktanteil ist von 14,8 auf 15,6 Prozent gewachsen. Auf Platz drei folgt der taiwanesische Computerbauer Acer mit 9,4 Prozent, der ein Plus von 18,9 Prozent verzeichnet. Lenovo aus China, der unter anderem mit der von IBM übernommenen ThinkPad-Notebook-Sparte zur Weltsptize vorgedrungen ist, kam auf 7,8 Prozent und legte um 14,2 Prozent im Jahresvergleich zu. Am kräftigsten zulegen konnte Toshiba mit einem Wachstum von 29,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der japanische Hersteller liegt mit einem Marktanteil von 4,4 Prozent auf dem fünften Platz.
Massiver Preisverfall treibt Absatz an
In der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) wanderten 23,1 Millionen Computer über die Ladentische, was einem Wachstum von 23,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. "Der PC-Markt in EMEA hat klar gegen die Rezessionsangst gesiegt. Nur einmal in den letzten fünf Jahren hat es zuvor ein Wachstum von über 20 Prozent gegeben", sagt Ranjit Atwal, Chef-Analyst bei Gartner für EMEA. "Der Grund für dieses starke Wachstum war hauptsächlich der Preisrückgang, der auch einen Einfluss auf Umsatz und Gewinn haben wird sowie letztendlich die Konsolidierung vorantreibt", erklärt der Analyst. Wie eine aktuelle Analyse vom Preisvergleichsprotal Geizhals.at im Internet zeigt, sind vor allem die Preise für Notebooks massiv gesunken. Von April bis Juni fielen die Preise in Österreich um 19 Prozent.
Asus und Apple im Vormarsch
Auch in Nordamerika haben die fallenden Preise die Absätze am PC-Markt angekurbelt. Insgesamt wurden 16,5 Millionen PCs verkauft - um 4,2 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahresszeitraum. Am Heimmarkt in den USA fürht Dell mit einem Anteil von 31,9 Prozent die Liste an. Auf Platz zwei folgt dann HP mit 25,3 Prozent. In der EMEA-Region liegt Weltmarktführer HP mit einem Anteil von 19,3 Prozent auf Platz eins liegt.
Vor allem der US-Computerbauer Apple konnte in den USA mit einem Plus von 38,1 Prozent ordentlich zulegen und liegt mit 8,5 Prozent auf Rang drei. In der EMEA-Region sowie beim Weltmarkt-Ranking hat es der Mac-Hersteller nicht unter die ersten fünf geschafft. Dafür landete Asus aus Taiwan zum ersten Mal in der EMEA-Region unter den ersten fünf und hat den japanisch-deutschen Computerbauer Fujitsu Siemens verdrängt, das ein weiteres schwaches Quartal verzeichnet hat. Asus hat 1,2 Millionen Geräte verkauft, ein Jahr zuvor waren es noch 485.900 Stück. Das bedeutet ein Wachstum von sage und schreibe 159,1 Prozent. Ausschlaggebend dürfte die Einführung seines Mini-Notebooks Eee-PCs gewesen sein, das sich auf grund des niedrigen Verkaufspreises von 299 Euro sehr gut verkauft hat. Innerhalb der ersten zehn Tage nach dem Verkaufsstart im Februar hat Asus rund 20.000 Billig-PCs alleine in Deutschland und Österreich verkauft.
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