Der Trend zu Kapitalinvestitionen in mittelständische Unternehmen hält in Deutschland unvermindert an. Die Beteiligungsunternehmen bewerten die Aussichten für das Jahr 2008 positiv. Die Subprime-Krise hat nicht die befürchteten Auswirkungen auf die Finanzierung von Investitionen im Mittelstand. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die freien Investitionsmittel an Beteiligungskapital sogar weiter erhöht. Die Umwelttechnologie behauptet sich dabei als Wachstumsbranche Nummer eins.
Das sind die Hauptergebnisse einer neuen Studie von Rödl&Partner, einer der führenden internationalen Wirtschaftskanzleien mit Headquarter in München. Ihr Bereich Corporate Finance berät Unternehmen bei der Kapitalaufnahme am Kapitalmarkt, strategischen Partnerschaften, M&A-Transaktionen sowie der Finanzierung über Private Equity.
Die Studienergebnisse stammen aus einer Befragung deutscher Private Equity-Gesellschaften durch Rödl&Partner. Für die Studie wurden im Frühjahr 2008 insgesamt 277 in Deutschland tätige Beteiligungsgesellschaften mit Schwerpunkt Mittelstand befragt. Über 1/3 der Unternehmen nahmen an der Befragung teil. "Der Mittelstand profitiert vom wachsenden Engagement der Beteiligungsunternehmen", erklärte Wolfgang Kraus, als Geschäftsführender Partner für die Bereiche Financial Advisory Services und Business Consulting von Rödl&Partner verantwortlich. "Private Equity hat sich als feste Grösse zur Wachstumsfinanzierung etabliert."
Grundsätzlich habe sich die Stimmung seit der "Heuschrecken"-Debatte verändert. "Die Einstellung mittelständischer Unternehmer zur Aufnahme von Beteiligungskapital hat sich merklich verbessert", betont Björn Stübiger, Leiter Corporate Finance. "90 Prozent der Beteiligungsunternehmen stellen fest, dass der Zugang zum Mittelstand leichter geworden ist. Viele Firmen möchten sich von Kreditinstituten unabhängiger machen und öffnen sich für Kapitalinvestoren."
"Die Krise auf den Finanzmärkten hat die Investitionsbereitschaft der Beteiligungsgesellschaften im Segment zwischen 5-20 Millionen Euro beflügelt", so Günther Niethammer, stv. Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). "Allerdings sind derzeit die Möglichkeiten zum Ausstieg aus Investments beschränkt. Börsengänge fallen als Exitoption praktisch aus. Secondary Trade Sales werden durch den Engpass bei der Kreditfinanzierung erschwert. Es ist daher damit zu rechnen, dass sich die Beteiligungsunternehmen weiter auf die Wertsteigerung ihrer Investitionen konzentrieren. Dies wird dabei helfen, das Ansehen der Private Equity-Gesellschaften im Mittelstand weiter zu erhöhen."
Die Beteiligungsgesellschaften nutzen erfolgreich die Lücke, die durch die Kreditknappheit im Zuge der Finanzkrise entstanden ist. Das Image der Branche hat sich merklich verbessert, so Stübiger: "Unternehmen, die Wachstum finanzieren wollen, können heute fast problemlos Beteiligungskapital von Finanzinvestoren aufnehmen. Private Equity-Investitionen haben sich im Mittelstand als feste Finanzierungsalternative etabliert."