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17.07.2008

Refinanzierung und Gewinnerwartungen als Risken

Von Bettina Schragl
 
Refinanzierung - das Thema gewinnt am Markt an Brisanz. Die Finanzierungskosten für Unternehmen steigen - und werden das, so Experten, aller Voraussicht nach weiter tun. Der Renditeaufschlag von Unternehmensanleihen mit "BBB"-Rating gegenüber risikoloseren Staatsanleihen ist auf einem Niveau angelangt, wie es zuletzt während der Rezession 2001/02 zu beobachten war.

Die jüngsten Kreditumfragen der EZB zeigen, dass Fremdkapital teurer und schwieriger zu bekommen ist. Auch hier sind Levels wie im Jahr 2002 bald in Sicht. In Verbindung mit Gewinnrevisionen für Unternehmen nach unten ist das kein guter Mix.

Und das Gewinnwachstum in Europa sollte sich weiter verlangsamen, erwarten die Analysten von Merrill. Denn die Konsensusprognosen lauten nach wie vor auf ein Gewinnwachstum von 13,5% für 2009. Dem wird gegenüber gestellt, dass die Erwartungen für das Gewinnwachstum seit Jahresbeginn von 10% auf aktuell 1,9% geschrumpft sind. Mit 13,5% für 2009 würden die Unternehmensgewinne aber sogar kräftiger wachsen als im Jahr 2007. Das klingt im aktuellen Umfeld tatsächlich sehr hoch gegriffen.

Die Gefahr weiterer Gewinn-Downgrades liegt damit auf der Hand. Was die teurere Refinanzierung anbelangt, sollte man bei Unternehmen darauf achten, ob sie kurzfristig hohen Refinanzierungsbedarf haben bzw. ob ein hohes Gearing die Verhandlungsposition gegenüber Banken schwächen könnte.

Aus dem Börse Express vom 17. Juli 2008

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