Die Cross Industries von Stefan Pierer und Rudolf Knünz (im Bild) schickt mit der Cross Motorsport Systems
AG eine neue Tochter auf den Kapitalmarkt. Die Zwischenholding, die mit Herbst des Vorjahres aufgezogen worden ist, bündelt die Beteiligungen an Rennsporttechnologie-
Unternehmen der Gruppe. "Es ist eine kleine und hochspezialisierte Unternehmensgruppe, die eine optimale Vernetzung von Technologie-Unternehmen aus dem Rennsport darstellt", so Pierer bei der Vorstellung.
Zum Ausbau bestehender Beteiligungen und zur Umfinanzierung begibt Cross Motorsports nun eine
Anleihe über 75 Mio.
Euro, mit Aufstockungsmöglichkeit auf 100 Mio. Euro. "Es ist das erst die zweite Publikumsanleihe aus dem Unternehmensbereich im laufenden Jahr", sagt Regina Prehofer,
Vorstand der UniCredit Bank Austria, die die
Emission begleitet. Die fünfjährige Anleihe, die voraussichtlich mit 6,5% fix verzinst sein wird, kommt in einer Stückelung von 500 Euro.Die
Zeichnungsfrist läuft vom 30. Juni bis zum 2. Juli. "Das ist für Privatanleger ein interessantes Produkt", so Prehofer.
Cross Motorsport wird rund die Hälfte des Emissionserlöses für die Umfinanzierung von Überbrückungsdarlehen verwenden, der Rest fliesst voraussichtlich zu je einem Drittel in die Aufstockung von Beteiligungen, wobei dies vor allem
Pankl betrifft, in die Stärkung der Kapitalbasis der Töchter, etwa bei der Wethje Gruppe, und in die strategischen Reserven für weitere Akquisitionen.
Bei Pankl - der Rennsportzulieferer ist aktuell das "Rückgrat" der Cross Motorsport - soll der Anteil von derzeit 40,9% auf über 50% aufgestockt werden, kündigen Pierer und Knünz an. Die Käufe sollen über die
Börse erfolgen. Da die
Aktie derzeit günstig sei, werde man die Aufstockung wohl in den kommenden Monaten abgeschlossen haben. Cross kann über eine Stimmrechtsbindung bereits jetzt über mehr als 50% der Stimmrechte verfügen.
Der 15%-Anteil an
Polytec hingegen ist eine "Liquiditätsreserve" im Umlaufvermögen. Verkaufen würde Pierer das Paket aber nur an jemanden, der Polytec Synergien bringt und in Absprache mit Polytec-Boss Huemer. "Wir haben uns zueinander committed, Herr Huemer weiss aber, dass er auf unser Paket zugreifen kann, falls er einen strategischen Partner an der Hand hat", so Pierer.
Mit Blick auf Fischer Composite Technology, die auf Partnersuche ist, meinen sowohl Pierer als auch Knünz, dass es sich um einen sehr schwierigen Fall handle. "Das ist einer der schwersten Sanierungsfälle, die wir in Österreich haben. Man wird sicher bei uns vorstellig", so Pierer.
Cross Motorsports hält neben den 40,9% an Pankl zudem Beteiligungen an der Wethje Gruppe, die sich auf Bauteile aus Carbon-Composite spezialisiert hat, an der WP Suspension Gruppe, die in der Entwicklung und Produktion von Dämpfungssystemen für Motorräder tätig ist, und an der
KTM Engineering, die die Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten in der Gruppe verfestigen soll. Zudem ist bei der
Holding das 15% Paket an Polytec geparkt. Zum Halbjahr 2007/08 weist die Cross Motorsports einen
Umsatz von 51,7 Mio. Euro auf und eine
EBIT-Marge von 6,4%. Bereinigt um die Effekte der Erstkonsolidierung liegt die EBIT-Marge bei 12,7%.
Als Ziele werden eine Eigenkapitalquote von 40% genannt (jetzt liegt man noch leicht darunter), eine EBIT-Marge grösser 10% und ein Verhältnis von Nettoverschuldung zum
EBITDA von maximal 4. (bs)
Aus dem
Börse Express vom 24. Juni 2008