"Ein Börsegang ist sicherlich nie auszuschliessen"

BE-Interview: Alexander von Hutten ist mit Cleantech Invest bei der aussichtsreichen Austro-Firma En-Tech eingestiegen. Seine Pläne verrät er dem BE
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Börse Express: Herr von Hutten, Sie haben sich jüngst an einer österreichischen Firma im Bereich Pellets-Öfen beteiligt. Was macht diese Unternehmen einzigartig?

Alexander von Hutten: Grundsätzlich sind österreichische Firmen im Bereich der Pelletkesselherstellung weltweit führend. Bei der Beteiligung durch die Cleantech Invest AG handelt es sich um die En-Tech Energietechnikproduktion GmbH mit Sitz in St. Veit/Glan. Einzigartig ist deren dynamische Entwicklung in den vergangenen Jahren im Bereich der Brennertechnologie; hier ganz besonders im Bereich der erfolgten Emissionsreduktion, der Wirkungsgradverbesserung, sowie der Erhöhung des Bedienungskomforts. En-Tech bietet zudem Holzpelletkessel in einem national wie international aktuell wieder sehr wachstumsstarken Leistungsspektrum von 10 bis 500 KW an. Die mittelfristige Vision hierbei ist die Herstellung eines energieautarken Heizsystems - durch Kombination von verschiedenen alternativen System.

BE: Wie kam die Beteiligung zustande? Gibt es Co-Investoren?

von Hutten: Die Beteiligung kam zunächst über ein proaktives Marktscreening der für die Cleantech Invest AG wesentlichen Marktsegmente zustande. Zudem verfügt Cleantech in ihrem Experten- und Beiratsnetzwerk - wie auch in allen anderen Bereichen ihres Investment-Fokus - über ein breit angelegtes Know-How im Bereich der Holzverbrennungstechnik. Dieses hat bei der Beteiligungsentscheidung einen massgeblichen Beitrag geleistet.

BE: Wie viel wurde investiert?

von Hutten: Wir haben mit dem Unternehmen, beschlossen, dazu keine Aussage zu treffen.

BE: Was sind die Pläne mit dem Unternehmen? Ein Börsegang?

von Hutten: Nach dem Boom-Jahr 2006 der Pelletkesselherstellerbranche, kam es im Jahr 2007 aufgrund der Erhöhung der MWSt., der Abschaffung der Eigenheimzulage (in Deutschland), jedoch v.a. aufgrund der rasant steigenden Holzpelletpreise zu einem starken Absatzeinbruch bei den Pelletkesselherstellern. Das Pelletpreisniveau hat sich mittlerweile längst wieder auf einem Normal-Niveau eingependelt und wird aufgrund der Einführung von entsprechenden Preissicherungsmechanismen nicht mehr das "Zocker"-Niveau von 2007 erreichen. Zudem kennen die Rohstoffpreise (Heizöl und Gas) seitdem nur eine Richtung: Nach oben. Das führt aktuell wieder zu einem Run auf die mittlerweile auch absolut günstigere Variante der Pelletkesselfeuerung und ist zudem ökologisch neutral. Die Branche wird sich in den nächsten zwei bis drei Jahren konsolidieren, d.h. einige wenige grosse Unternehmen (v.a. aus der Heiztechnikbranche) werden qualitativ hochwertige Pelletkesselhersteller aufkaufen. Ein Börsengang ist sicherlich nie auszuschliessen. So gehen wir gerade mit einem anderen Portfolio-Unternehmen an das PrimeStandard Segment der Frankfurter Börse.

BE: Mit der Abid AG sind Sie ja bereits in Österreich investiert. Wie entwickelt sich dieses Unternehmen?

von Hutten: Obwohl der Biodiesel-Markt aufgrund der weiterhin stark gestiegenen Rohstoffpreise sehr volatil ist, entwickelt sich das Unternehmen umsatzseitig zufriedenstellend.

BE: Sehen Sie weitere aussichtsreiche Investmentchancen in Österreich?

von Hutten: Ja, sehr. Gerade hier haben sich v.a. in den Bereichen Recycling, Blockheizkraftwerke und Sonnenkollektoren in den vergangenen Jahren führende mittelständische Unternehmen aufgebaut, die mittel- und langfristig vor allem international eine immer grössere Rolle spielen werden.

BE: Auf Ihrer Homepage führen Sie an, dass die DACH-Region im Cleantech-Segment führend ist. Worauf führen Sie dies zurück?

von Hutten: Seit einigen Dekaden wird die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Umwelttechnologien vor allem in Deutschland stark subventioniert. Weiterhin kam es im gleichen Zeitraum zum Erlass zahlreicher Umwelt-Gesetze, -Auflagen und -Richtlinien. Der Druck war entsprechend groß, Engineering- und F&E Leistungen zu erbringen, die diesen Auflagen gerecht werden konnten. Davon profitiert die D-A-CH-Region heute und bietet seit wenigen Jahren zusätzlich zahlreichen ausländischen Unternehmen und Regierungen lukrative Unterstützung bei der Erreichung ähnlicher Umweltstandards in deren Ländern.

BE: Sie sind ein relativ junges Beteiligungsunternehmen. Wie viel Kapital steht Ihnen für Investments zur Verfügung? Wann rechnen Sie mit einem Exit?

von Hutten: Derzeit ist die Cleantech Invest AG mit 10,65 Mio. Aktien an der Frankfurter Börse (WKN: A0M1SE Kürzel: 4 CT) gelistet. Eine Kapitalerhöhung ist für den Herbst oder Winter 2008 geplant. Ausserdem stehen uns innerhalb der Gruppe weitere Finanzmittel jederzeit zur Verfügung.

Interview: Christine Petzwinkler

Aus dem Börse Express vom 29.5.: http://www.boerse-express.com/abo
Weitere Interviews u.a. mit Leopold Bauernfeind, Alfred Reisenberger, Wieland Alge, Wolfgang Auer von Welsbach lesen Sie unter http://www.boerse-express.com/interviews

 


© boerse-express.com 21.06.2008