Erste Bank und WKO Wien fordern Fall der Kreditvertragsgebühr

Bank hat 100 Mio. Euro KMU-Offensive gestartet
(c)  MEINUNG 0    TAGESTHEMEN     BLOGS 
 
Nach der Erbschafts- und Schenkungssteuer soll auch die staatliche Kreditvertragsgebühr fallen. Das ist der Wunsch der Wirtschaftskammer Wien und Erste Bank. "Einzigartig in Europa und völlig ohne Gegenleistung verlangt der Staat hierzulande von jedem Kreditnehmer 0,8 Prozent der aufgenommenen Kreditsumme, in Form einer Gebühr", bekrittelt die Erste Bank in einer Aussendung und fordert ein Auslaufen der Gebühr, da diese sich "im Zuge der von der EU angestrebten Dienstleistungsfreiheit künftig verstärkt negativ auf den Wirtschaftsstandort Österreich auswirken", so Thomas Uher, Firmenkundenvorstand der Erste Bank.

Die Kreditvertragsgebühr existiere europaweit nur in Österreich und wirke im EU-Raum wettbewerbsverzerrend und innovationshemmend. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen würden von der Abschaffung profitieren, heisst es.

100 Mio . Euro KMU-Offensive

Die Erste Bank verleiht ihrer Forderung mit einer Aktion Nachdruck. Konkret hat die Bank die so genannte "100 Mio Euro KMU-Offensive" als Entlastung für Firmenkunden gestartet. Bei Aufnahme eines Investitionskredits bekommen österreichische Klein- und Mittelbetriebe ab sofort die staatliche Kreditvertragsgebühr in Höhe von 0,8 Prozent von der Erste Bank rückerstattet. Dies gilt dem Vernehmen nach für alle KMUs, die einen Investitionskredit in der Höhe zwischen 10.000 und einer Million Euro aufnehmen und ein Firmenkundenkonto bei der Erste Bank besitzen oder eröffnen. Die Aktion startet ab sofort und läuft bis Ende 2008 beziehungsweise bis das Finanzierungsvolumen von 100 Millionen Euro erschöpft ist. "Mit unserer Offensive wollen wir die KMUs in Österreich von dieser absurden Gebühr zumindest temporär befreien", so Uher.

Gebühr bringt Fiskus 150 Mio. Euro

Nach Angaben von Wirtschaftskammer Wien-Präsidentin Brigitte Jank bringt die staatliche Kreditvertragsgebühr dem Fiskus im Jahr "nur rund 150 Millionen Euro, wovon die Hälfte auf Betriebskredite entfällt. Genau gleich viel wie die Erbschafts- und Schenkungssteuer, auf die von der Bundesregierung ersatzlos verzichtet wird. Wir fordern daher seit langem auch die Abschaffung der Kreditvertragsgebühr, damit die für Investitionen wichtigen Kredite günstiger werden." Um Investitionen finanzieren zu können und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sicherzustellen, bedürfe es einer ausreichenden Kapitalausstattung, sagte Jank mit Verweis auf die Kreditaktion der Erste Bank.

Aussagen von Erste Bank-Firmenkundenvorstand Thomas Uher zufolge ist die 100 Millionen Euro KMU-Offensive erst der Anfang eines grossen Projekts. Uher voller Vorfreude: "In den nächsten drei Jahren werden wir rund eine Milliarde Euro in den heimischen Mittelstand investieren. Das bedeutet, dass wir im Firmenkundengeschäft zweistellig wachsen werden."

Aus dem Börse Express vom 2. Juni 2008
 
(hd)
 


© boerse-express.com 02.06.2008